Die Minijobverhältnisse 2019

Die Beschäftigungsverhältnisse für Minijobs steigen nicht mehr so steil wie früher. Der Minijob-Boom war zwischen 2008 und 2014 mit 6,8 Millionen (2008) bis 7,3 Millionen (2014) Minijob-Anstellungsverhältnissen. 2015 und 2016 war die Zahl in etwa gleichbleibend, 2017 und 2018 gab es wieder ein leichter Anstieg – vermutlich durch den Mindestlohn.

Die Prognose für die Entwicklung und Akzeptanz für Minijobs ist in der Fachwelt dennoch geteilt.
Während die von Gewerkschaften beauftragten Institute (Hans-Böckler-Stiftung) bei Meinungsumfragen eher ein negatives Bild vorstellen, zeigen die Statistiken der Arbeitsagenturen eine andere Realität.

 

Renten-Aufstocker oder Renten-Armut?

Fakt: Es gibt immer mehr ältere Minijobber (Quelle: BA).
Die Zahl der Minijobber im Alter von 65 Jahren und älter stieg in den vergangenen Jahren stark an.

Vermutung der Gewerkschaften:
Rentner müssen arbeiten, da die Rente nicht reicht.

Lösungsansatz der Gewerkschaften: 
Um dem vorzubeugen, müssen die Minijobs abgeschafft werden, damit mehr Teilzeit- und Vollzeitstellen entstehen. So könne im Laufe der Lebensarbeitszeit ein ordentliches Rentenniveau erreicht werden.

 

Multijobber Minijobber

„Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs“?
Peter Tauber hat für diese Aussage 2017 schon einmal einen Shitstorm geerntet. Nicht nur weil er damit 7.5 Millionen Minijobber in Deutschland durch seine arrogante Aussage gegen sich aufgebracht hat, sondern auch weil die Aussage populistisch, nicht belegbar, nicht fundiert, zusammengefasst: total falsch war.
Fakt ist, dass 80% alles Minijobber einen anerkannten oder akademischen Berufsabschluss haben (Quelle: DGB). Unter den 20% der angestellten Minijobber, die keine Berufsausbildung haben, finden sich also auch Schüler, Studenten und Rentner, die nicht Vollzeit arbeiten können/dürfen.

 

450 Eurojobs sind eine beliebte Nebeneinnahmequelle

Damit sich der Verdienst auch lohnt, sollte man einige Punkte beachten:

1. Minijobber
Als Minijobber in der “geringfügigen Beschäftigung darf man pro Monat bis zu 450 Euro verdienen.
Das zählt auch, wenn man mehrere 450 Euro Jobs zusammenzählt, denn die wöchentliche Beschäftigungszeit/Arbeitszeit spielt dabei keine Rolle.

2. Krankenversicherung
Für Kranken- und Rentenversicherung zahlt der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag, so hat man bei Krankheit sogar Anspruch auf eine 6-wöchige Lohnfortzahlung, wenn man zuvor mindestens 4 Wochen gearbeitet hat.

3. Rentenversicherung
Als Arbeitnehmer zahlt man mit 3,9% einen geringen Anteil vom Gehalt in die Rentenversicherung ein. Dadurch sammelt man auch als Minijobber Beitragsjahre. Eine Befreiung von der Zahlung ist allerdings möglich.

4. Minijob neben dem Hauptberuf
Wer neben dem Hauptberuf noch einen Minijob machen möchte, sollte das vorher unbedingt mit seinem Chef besprechen. Wenn der sein “OK” gibt, dann steht dem Zusatzverdienst nichts mehr im Wege.

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