Steuern & Recht für Arbeitgeber

Wie hoch sind die Abgaben für Arbeitgeber bei 450 Euro Minijobs?

Arbeitgeber im gewerblichen Bereich haben insgesamt höchstens 31,2 Prozent Abgaben. Arbeitgeber im privaten Bereich (Haushalte als Arbeitgeber) haben Abgaben von maximal 14,74 Prozent.

 

Wie hoch sind die Abgaben für Arbeitgeber bei kurzfristigen Minijobs?

Gewerblicher Arbeitgeber eines kurzfristigen Minijobbers müssen nur Umlagen zum Ausgleich Ihrer Aufwendungen bei Krankheit („U1“) und Schwangerschaft bzw. Mutterschaft („U2“) Ihres Minijobbers zahlen. Zusätzlich wird noch eine Umlage für den Fall einer Insolvenz fällig.

Bei Haushalten als Arbeitgeber fallen bis auf die Unfallversicherungsbeiträge nur Umlagen zum Ausgleich Ihrer Aufwendungen bei Krankheit („U1“) oder Schwangerschaft bzw. Mutterschaft („U2“) Ihres Minijobbers an.

 

Welche Ansprüche hat meine private Haushaltshilfe im Krankheitsfall?

Die private Haushaltshilfe hat Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

 

Meine private Haushaltshilfe bekommt ein Baby, was für Ansprüche hat sie?

Sie hat Anspruch auf finanzielle Absicherung bei Mutterschaft. Als Arbeitgeber ist die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft grundsätzlich für Sie als privater Arbeitgeber Pflicht. Ihre Aufwendungen werden erstattet.

 

Ich bin Arbeitgeber. Wohin die Pauschsteuer (2%) abführen?

Die einheitliche Pauschsteuer von 2% wird gemeinsam mit den Sozialabgaben an die Knappschaft-Bahn-See abgeführt.

Die Knappschaft-Bahn-See ist für den Einzug der Sozialabgaben und der einheitlichen Pauschsteuer zuständig und informiert Sie zu allen Fragen zum Thema Minijobs.

 

Ich bin Arbeitgeber. Muss ich die einheitliche Pauschsteuer von 2% zahlen oder kann ich den Lohnsteuerabzug anhand der individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale vornehmen?

Sie haben die Wahl. Anstelle einer einheitlichen Pauschalsteuer von 2% können Sie auch auf Lohnsteuerkarte abrechnen.

Darf bei einem 450-Euro-Minijob die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten werden?

Darf bei einem 450-Euro-Minijob die Verdienstgrenze von 450 Euro überschritten werden?

Die monatliche Grenze von 450 € darf überschritten werden, grundsätzlich hat der Arbeitgeber aber darauf zu achten, dass die 5400 € im Kalenderjahr nicht überschritten werden.
Neben den saisonbedingten, vorhersehbaren Schwankungen, darf es gelegentlich zu einem nicht vorhersehbaren überschreiten der Entgeltgrenze kommen. Als gelegentlich ist dabei ein Zeitraum von maximal drei Monaten anzusehen.
Während die regelmäßige Zahlung von Urlaubs-/oder Weihnachtsgeld als vorhersehbar gilt, ist ein erhöhter Arbeitseinsatz wegen Krankheit anderer Mitarbeiter als unvorhersehbar zu betrachten.

Was ist bei einem 450-Euro-Minijob zu beachten, wenn das Arbeitsentgelt/Verdienst schwankt?

Was ist bei einem 450-Euro-Minijob zu beachten, wenn das Arbeitsentgelt schwankt?

In der Praxis kommt es häufig vor, dass die Verdienste in einzelnen Monaten schwanken und in den einzelnen Monaten mehr als 450 € verdient werden. So können z.B. Minijobber in einem Dauerarbeitsverhältnis, saisonbedingt unterschiedliche Arbeitsentgelte erzielen, wenn das der Arbeitgeber bei seiner vorausschauenden Betrachtung berücksichtigt.Damit trotzdem ein 450 € Minijob besteht, darf die jährliche Arbeitsentgeltgrenze von 5400 € aber nicht überschritten werden.

Gelten für Arbeitgeber auch Kündigungsfristen?

Gelten für Arbeitgeber auch Kündigungsfristen?

Ja, es gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder zum Monatsende, sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Besteht das Beschäftigungsverhältnis länger als zwei Jahre, gelten längere Fristen.

Kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer direkt an die Minijobzentrale entrichten?

Kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer direkt an die Minijobzentrale entrichten?

Ja, der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer direkt an die Minijobzentrale entrichten.
Alternativ kann die Lohnsteuer anhand der individuellen Lohnsteuerklasse des Arbeitnehmers berechnet werden und an das zuständige Betriebsstätten-Finanzamt entrichtet werden. In der Regel wird von einer 2%igen Pauschalierung Gebrauch gemacht, Voraussetzung hierfür ist, dass für den Minijob Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden.

Was muss der Arbeitgeber von seinem Minijobber wissen?

Was muss der Arbeitgeber von seinem Minijobber wissen?

Der Arbeitgeber muss wissen, ob es sich um einen Minijob oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung handelt. Hierfür muss der Arbeitgeber vorab eine versicherungsrechtliche Beurteilung vornehmen. Dafür braucht er Angaben von seinem Arbeitnehmer. Am besten werden diese Angaben in einem Personalfragebogen gemacht. Dieser dient sozusagen als Leitfaden. In diesem Personalfragebogen macht der Arbeitnehmer Angaben zu seiner Person, also ob er weitere Beschäftigungen ausübt und ob er sich gegebenenfalls von der Rentenversicherung befreien lassen möchte. Dieser Bogen dient nicht als Ersatz für einen Arbeitsvertrag, er dient lediglich zur Vervollständigung der Lohnunterlagen und als Nachweis für Betriebsprüfungen.

Wie funktioniert das Melde- und Beitragsverfahren für Minijobber?

Wie funktioniert das Melde- und Beitragsverfahren für Minijobber?

Das Melde- und Beitragsverfahren für Minijobber ähnelt im Grunde genommen für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Minijob-Zentrale ist die zuständige Einzugsstelle für alle Minijobber in Deutschland. Hier meldet der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer an. Das gesamte Melde- und Beitragsverfahren muss maschinell erfolgen.

Was ist die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft bzw. die Ausgleichskasse?

Was ist die Arbeitgeberversicherung der Knappschaft bzw. die Ausgleichskasse?

Minijobber haben Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall und auf finanzielle Absicherung während der Mutterschaft. Da das eine finanzielle Belastung für den Arbeitgeber darstellt, wurde die Ausgleichskasse geschaffen. Zuständig für alle Minijobber ist die Knappschaft.

Wann nehmen Arbeitgeber am Ausgleichsverfahren der Arbeitgeberversicherung teil?

Wann nehmen Arbeitgeber am Ausgleichsverfahren der Arbeitgeberversicherung teil?

Die kleinen und mittleren Betriebe, kriegen die Aufwendungen im Krankheitsfall und Mutterschaft zurückerstattet, die großen Betriebe bekommen nur die Aufwendungen bei Mutterschaft erstattet.

Muss der Arbeitgeber seinen Minijobber bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden?

Muss der Arbeitgeber seinen Minijobber bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden?

Ja! Der Arbeitgeber muss seinen Minijobber bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden und dorthin auch die Beiträge zahlen.