Minijobs für Gebäudereiniger werden abgeschafft und Reinigungs-Roboter kommen?

Gebäudereinigung ist ein Handwerk. Aber nicht irgendeines. Das mit 660 000 Beschäftigten deutsche Handwerk gibt sich selbstbewusst: “Ohne uns funktioniert kein Krankenhaus und kein Flugzeug geht in die Luft.“, so Johannes Bungart (CEO) vom Bundesinnungsverband der Gebäudereiniger.

Es ist die geringe Wertschätzung der Tätigkeit, die Bungart stört, und die Anstellungsart “Minijob”, die er gerne verändern würde. Denn während die Reinigungskräfte die 450€ Minijobs in der Gebäudereinigung bevorzugen, ist Bungart die Verdienstgrenze bei 450€ zu gering. Er möchte die Minijobs lieber abschaffen.

Branchenriesen Piepenbrock und Wisag beschäftigen etwa 20 000 Reinigungskräfte, wobei die “einfachen” Tätigkeiten wie Reinigung von Haushalten eher gefragt sind als zum Beispiel eine Industriereinigung. Die Branche schätzt die gelernten Kräfte mit Ausbildung bei etwa 30% ein – alle anderen Reinigungshilfen sind angelernte und Neueinsteiger. Ein drittel davon arbeitet in einem Minijob, so die Schätzung.

Sicherlich wäre es auch für die Gebäudereiniger (m/w/d) interessant, wenn die Verdienstgrenze im Minijob höher als 450€ wäre. Das findet übrigens auch die FDP und der Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Gebäudereinigung durch Automatisierung?

Viele Argumente gehen in die Richtung, dass ohnehin die Reinigung durch Roboter automatisiert würde – in vielen Privathaushalten sind ja bereits Roboter-Staubsauger im Einsatz. Das sehen die Experten jedoch anders. Kleine Flächen wie Arbeitsplätze, Schreibtische und andere erhöhte Flächen sind für Roboter in naher Zukunft kein alternativer Arbeits- bzw. Reinigungsbereich. Zu viele individuelle Hindernisse. Und bei großen Flächen und Böden? Überall wo große Flächen sind, bewegen sich auch viele Menschen. Da schon heute Schutzbereiche und Abstandsflächen um autonom arbeitende Roboter wegen Verletzungs- und Unfallgefahr geschaffen werden müssen, sieht die Branche auch diesen Arbeitsbereich als uninteressant. Eine “KI” müsste sehr gut entwickelt sein, damit nicht Kinder, Tiere oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität versehentlich durch ein KI-Reinigungs-Roboter geschädigt werden. Die KI müsste also wesentlich effektiver und exakter als bei Automobilen arbeiten, und das hätte seinen Preis.

 


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