Sollte man sich online oder per Post bewerben?

Online-Bewerbung: Worauf muss man achten?

Gerade wenn man im Internet surft findet man sehr viele Stellenmärkte und Stellenangebote. In der heutigen Zeit ist es gängige Praxis, Stellenausschreibungen in Print- und Onlinemedien zu schalten. Nicht nur das Arbeitsamt, auch Unternehmen aller Branchen, die Stellenanzeigen in den Tageszeitungen schalten, suchen oft parallel über das Internet ihren nächsten Arbeitnehmer. Auf den entsprechenden Internetseiten dieser Unternehmen sind oft eigene Bereiche für Karriere/Jobs eingerichtet.

Doch in welcher Form sind Bewerbungen erwünscht? Gelegentlich steht in der Stellenanzeige beschrieben in welcher Form Sie sich dort vorstellen sollen. Wenn E-Mail-Adressen im Zusammenhang mit der Ausschreibung genannt werden, so ist es durchaus sinnvoll eine digitale Bewerbung zu schicken.

Welches Bewerbungsformat ist erwünscht?

Eine Garantie ob eine im Web publizierte Stellenanzeige eine Antwort per Online-Bewerbung wünscht, gibt es leider nicht. Rufen Sie darum kurz in der Personalabteilung des Unternehmens an und fragen Sie, wie die Bewerbung erwünscht ist. Oft ist das Motto der Firmen immer noch: “Online Ausschreibung lesen – klassisch bewerben”.

Wie kann man erkennen ob das ausschreibende Unternehmen eine online- oder schriftliche Bewerbung wünscht, und wie soll diese gegebenenfalls aussehen? Durch den Aufbau und die Art Ihrer Präsentation können Sie entscheidende Pluspunkte sammeln. Um den bestmöglichen Eindruck zu hinterlassen ist hier vor allem Recherchieren angesagt.

Ob schriftliche oder Online-Bewerbung, wenn Sie sich etwas über den Gegenüber informieren, können Sie auch leichter auf seine Anforderungen eingehen was den Job betrifft, da Sie sich z.B. im voraus über die Geschäftslage und Felder des Unternehmens informiert haben. An relevante Informationen kommt man heute viel einfacher als vor einigen Jahren, als man noch Archive von Bibliotheken, Verlagen oder Wirtschaftsinstituten durchstöbern musste um etwas in Erfahrung zu bringen.
Ob Konzerne, große, mittelständische oder auch kleine Unternehmen – die meisten präsentieren sich mittlerweile mit einer Internetseite. Suchen Sie mithilfe Ihrer Lieblingssuchmaschine die Internetseite des Unternehmens und nutzen die Schätze, die in der Welt des Internets verborgen sind!

Obwohl die Akzeptanz von Online-Bewerbungen immer mehr zunimmt und eine Vielzahl von Unternehmen aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien und insbesondere dem Internet sind, dürfen Sie nicht vergessen, dass sich der selbstverständliche Umgang mit dem Internet noch nicht bei allen Personalchefs durchgesetzt hat. Ist in der Stellenanzeige keine E-Mail Adresse angegeben, sondern nur eine postalische Adresse, ist dies eine klare Botschaft: Hier ist eine Online-Bewerbung nicht erwünscht!

Für beispielsweise Hochschul-Absolventen haben einige Unternehmen ihr Bewerbungsverfahren konsequent aufs Internet abgestimmt und freuen sich über entsprechend ausführliche Bewerbungen über das Internet. Wird der Bewerber ausdrücklich im Internet zu einem Auswahlverfahren eingeladen, so kann man davon ausgehen dass das Unternehmen offen für Online-Bewerbungen ist und detaillierte Daten auch zu schätzen weiss.

Wenn für das Bewerbungsverfahren Fragebögen oder Formulare auf die Internetseiten des Unternehmens gestellt werden, wird das Benutzen dieser auch erwartet. Für eine ausführliche Selbstdarstellung bleibt jedoch auf den standardisierten Bewerbungsbögen nur wenig Platz. Drucken Sie am Besten den Bewerbungsbogen aus um vorher offline in Ruhe Ihre Formulierungen verfassen zu können. Hier müssen Sie mit wenigen Worten überzeugen!

Die eigene Bewerbungs-Homepage

Mit Ihrer eigenen Bewerbungs-Homepage können Sie alle Ihren potenziellen Arbeitgeber interessierenden Informationen einbinden: Lebenslauf, Zeugnisse, Urkunden, Zusatzqualifikationen, Berufserfahrung, Ihr Foto und andere Informationen über Sie sind hier veröffentlicht.

Hier haben Sie auch genug Platz für all das, was Sie in einer Online-Bewerbung nicht unterbringen können. Verweisen Sie im Anschreiben Ihrer Bewerbung auf Ihre Homepage wenn Sie über eine solche verfügen.

Unsere Empfehlung

Wir empfehlen, vor dem Versand der Bewerbung – wenn möglich – telefonisch in Erfahung zu bringen, wer der Ansprechpartner für Ihre Bewerbung ist und auf welchem Wege er Ihre Bewerbung erhalten möchte. Ist keine Telefonnummer angegeben, aber sowohl eine postalische Anschrift als auch eine E-Mail-Adresse, dannkönnen Sie auch beide Möglichkeiten nutzen – denn dadurch erhöhen Sie Ihre Chance, im Gedächtnis zu bleiben.

Eine eigene Homepage ist hervorragend für Bewerbungen geeignet, deren Arbeitsgebiet viel mit Präsentation, Web-Design oder Programmierung zu tun hat. Hier ist es wie bereits erwähnt eine Vorab-Demonstration Ihrer Fähigkeiten auf dem Gebiet.

Und zum Abschluß – Ein Dutzend guter Tipps…

1. Adresse / Ansprechpartner

Ob für schriftliche oder Online-Bewerbungen, den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen zu nennen ist von höchster Wichtigkeit für den weiteren Erfolg. Normalerweise ist in der Stellenanzeige der/die Ansprechpartner/in im Unternehmen angegeben, sollte dies nicht der Fall sein, so rufen Sie die Firma an und erkundigen sich nach dem vollen Namen der/desjenigen. Dies gilt auch wenn die im Stellenangebot angegebene E-Mail Adresse an die Zentrale der Firma (z.B. info@… , office@… firma@… usw.) geht. Rufen Sie auch hier vorher kurz an oder erkundigen Sie sich per E-Mail nach der zuständigen Person im Unternehmen.

2. Betreff

In der Betreff-Zeile Ihrer E-Mail sollten Sie klar angeben worum es geht. Auf diese Weise kann die E-Mail ohne großen Aufwand richtig eingeordnet werden und hebt sich unter Umständen auch von den anderen Emails im Posteingangkonto ab.

3. Absender

Nennen Sie im Anschluss an Ihr Anschreiben Ihre komplette Adresse inklusive Telefon- und Fax-Nr. und Ihre E-Mail-Adresse.

4. Anschreiben

Halten Sie das Anschreiben immer förmlich. Obwohl der Ton in der Internetbranche oftmals recht unkonventionell ist, sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, Ihr Anschreiben zu lässig zu verfassen. Hier sind Sorgfalt und korrekter Umgangston Pflicht, denn Ihr Ansprechpartner ist nicht Ihr Chat-Partner, sondern vielleicht Ihr nächster Arbeitgeber.

Da einige E-Mail Programme Umlaute und “ß” nicht lesen können sollten Sie beim Schreiben das englische Alphabet verwenden um Problemen vorzubeugen.

Das Anschreiben sollte wie ein konventionelles Anschreiben auf Papier aufgesetzt und gegliedert sein. Der einzige Unterschied zum schriftlichen Anschreiben liegt in der Länge. Fassen Sie sich kürzer als auf dem Papier. Formulieren Sie im Anschreiben kurz und prägnant, was Sie zu sagen haben. Falls der Empfänger Ihrer E-Mail diese nicht ausdruckt, ist ein langer Text auf dem Computermonitor für das Auge anstrengend und somit unangenehm zu lesen.

Durch Absätze gestalten Sie das Anschreiben und gliedern es übersichtlich. Weisen Sie einerseits auf die von Ihnen beigefügten Anlagen hin, bieten Sie dem Unternehmen aber auch immer an, Ihre Unterlagen in einer Mappe zusammengestellt per Post nachzureichen.

5. Aufbau

Verfassen und versenden Sie die Anschreiben, den Lebenslauf, die Arbeitsproben und Zeugnisse in einzelnen Dokumenten.

6. Dateiumfang

Ihre Bewerbungs E-Mail sollte nicht größer als 5 MB sein. Oft sind die “Firewalls” auf Dateigrößen programmiert, sodass Dateien die z.B. 5 MB überschreiten, automatisch nicht zum Empfänger weitergeleitet werden und im Abfallkorb landen. Es ist durchaus möglich eine Bewerbung mit diesem Umfang zu machen. Ist die Datei zu groß, so versuchen Sie mithilfe von Bildbearbeitung die Dateigröße zu reduzieren.

Versuchen Sie das Komprimieren der Daten (zip-Format) zu umgehen. Das ist ein Schritt zuviel für den Empfänger um Ihre Bewerbung zu sehen.

7. Grafiken & Bilder

Wenn Sie Grafiken oder Zeichnungen als Grafikformat in Ihrer Bewerung speichern und versenden, laufen Sie Gefahr, dass der Empfänger die Daten nicht entschlüsseln kann und somit Ihre Bewerbung nicht vollständig zu sehen bekommt. Berücksichtigen und vermeiden Sie dies, denn die von Ihnen benutzten Grafikprogramme sind nicht zwangsläufig auf dem Rechner Ihres Ansprechpartners installiert.

8. Design

Wenn Ihre Bewerbung in die engere Auswahl kommt, wird diese auf jeden Fall ausgedruckt werden. Aus diesem Grund sollten Sie es nicht versäumen die Bewerbung vollständig ausgedruckt anzusehen. Erst wenn die Bewerbung auch auf dem Papier gut aussieht können Sie zufrieden sein.

9. Dateiformate

Da MS-Office auf fast jedem Unternehmensrechner installiert ist, haben Sie gute Chancen dass Ihre Bewerbung auch gelesen werden kann, wenn Sie sie als Word-kompatible Datei abspeichern.

10. Ausdruck der Bewerbung beim Unternehmen

Online Bewerbungen werden in der Regel ausgedruckt um Sie in Ruhe ansehen zu können. Bieten Sie daher dem Unternehmen unbedingt an, ihnen die schriftlich erstellte Bewerbungsmappe per Post zukommen zu lassen. Somit Wissen Sie in welcher Form Ihre Unterlagen beim Unternehmen vorliegen, denn Sie wissen nicht ob der E-Mail Ausdruck Ihrer Bewerbung in einer Folie abgelegt oder nur zusammen getackert wurde.

11. Kommunikationsweg

Da Sie den E-Mail-Verkehr als erstes Kommunikationsmittel zum Unternehmen gewählt haben, können Sie davon ausgehen, dass die Antwort auf Ihre Bewerbung ebenfalls auf diesem Weg kommuniziert wird. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr E-Mail Konto ob eine Antwort des Unternehmens eingegangen ist.

12. Virenschutz

Viele Unternehmen schützen Ihre E-Mail Konten mit sogenannten “Firewalls”. Diese Firewalls sind wie ein Schutzwall für das Konto und sperren je nach Programmierung die Posteingänge gegen gewisse Dateifomate. Vergessen Sie also nicht, dass Sie als Absender dem Unternehmen (noch) nicht bekannt sind – somit liefern Sie eine “Datenquelle unbekannter Herkunft”.

Aus Sicherheitsgründen öffnen viele Unternehmen Emails mit Anlagen nicht. Hier ist die Gefahr, dass die Anlagen der Bewerbung gar nicht erst geöffnet werden, groß. Daher lohnt es sich einen Tag nach Abschicken der E-Mail beim Unternehmen anzurufen um sich zu erkundigen ob die E-Mail den Empfänger erreicht hat. Auf diese Weise zeigen Sie zum einen Interesse und treten zudem telefonisch mit Ihrem Ansprechpartner in Kontakt – das ist Ihre Chance, um schon am Telefon einen sympatischen und motivierten Eindruck zu hinterlassen.