Steuertipps für Studenten / Minijobber

Studenten denken an so vieles, die Steuererklärung gehört allerdings meistens nicht dazu. Auch, wenn es so erscheinen mag, als würde sich die Erstellung der Erklärung für Studenten nicht lohnen – Sie lohnt sich doch! Jeder, der als Student keine Einkommensteuererklärung abgibt, verschenkt bares Geld.

Was das ganze nun mit der Erst- oder Zweitausbildung zu tun hat und warum es so wichtig ist Werbungskosten und Sonderausgaben auseinander zu halten erfährst du weiter unten.


Steuererklärung und Studenten - Das Wichtigste in Kürze


  • Warum lohnt sich eine Steuererklärung für Studenten?

  • Auf der einen Seite haben Studenten Ausgaben, die zum Teil steuerlich absetzbar sind. Auf der anderen Seite erzielen sie gar kein oder nur ein geringes steuerpflichtiges Einkommen durch Praktika oder Studentenjobs. Das Absetzen der Ausgaben macht also eigentlich keinen Sinn, da Studenten ohnehin keine Steuern zahlen müssen.

    ABER: Die Ausgaben können als Verluste in die Folgejahre „mitgenommen“ werden. Beim Einstieg ins Berufsleben können die Verluste dann in Anspruch genommen werden und mindern die Steuerlast.


  • Wie mache ich einen Verlustvortrag?

  • Der so genannte Verlustvortrag kann bis zu sieben Jahre rückwirkend erstellt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass immer brav alle Belege gesammelt wurden. Mit der Online-Lösung smartsteuer kannst du den Verlust ganz einfach angeben. Du musst nur die Steuererklärung ausfüllen und erhältst anschließend einen Bescheid über den Verlustvortrag vom Finanzamt.

    Kostenpauschalen können bei dem Verlustvortrag leider nicht angesetzt werden, es werden nur die tatsächlich angefallenen Kosten berücksichtigt. Diese müssen in dem Jahr eingetragen werden, in dem sie auch angefallen sind. Minijobs auf 450-Euro-Basis müssen übrigens nicht als Einnahmen in der Steuererklärung angegeben werden, da es sich nicht um Einkommen handelt, das versteuert werden muss.


  • Unterschied: Sonderausgaben vs. Werbungskosten

  • Aktuell können für die Erstausbildung nur Sonderausgaben abgesetzt werden, für die Zweitausbildung dagegen nur Werbungskosten.

    Zwischen den beiden Arten gibt es gravierende Unterschiede:

    • Sonderausgaben sind auf 6.000 Euro pro Jahr begrenzt. Sie können aber nur mit Einnahmen aus demselben Jahr verrechnet werden. Das bringt dem Studenten in der Regel allerdings nichts, da er nur geringe Einnahmen hat und ohnehin keine Steuern zahlen muss (egal ob mit oder ohne Sonderausgaben).

    • Werbungskosten ermöglichen im Gegensatz dazu eine „Verlustfeststellung“ (den Verlustvortrag). Die steuerlich abziehbaren Ausgaben des Studenten, können Jahr für Jahr als Verlust „vorgetragen“ werden. Das Finanzamt rechnet diese Verluste auf. Steigt der Student dann in die Berufstätigkeit ein, so werden die angesammelten Verluste von seiner Steuerlast abgezogen, er muss somit weniger Steuern zahlen.


  • Was soll ich tun, wenn ich in der Erstausbildung bin?

  • Aktuell lohnt es sich ja eigentlich nicht, in diesem Fall einen Verlustvortrag geltend zu machen, da nur die Sonderausgaben angesetzt werden können.

    ABER: Mach trotzdem deine Steuererklärung. Trage alle deine Ausgaben ein, auch die Werbungskosten. Das Finanzamt wird zwar nur die Sonderausgaben anerkennen, aber du kannst gegen die Entscheidung Einspruch einlegen, auf das Verfahren (Az. 2BvL 23/14, 2 BvL 24/14, 2 BvL 26/14) des Bundesverfassungsgerichtes verweisen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Entscheidet das Gericht dann irgendwann zu deinen Gunsten, werden auch noch die Werbungskosten anerkannt. Sollte das Gericht anders entscheiden, wirst du aber auch nichts verlieren.


  • Das Wichtigste zum Schluss – Was ist absetzbar?

  • Allgemein solltest Du immer daran denken, alle Belege aufzubewahren. Lass dir lieber das Geld für einen benötigten Computer oder ähnliches von deinen Eltern geben und kaufe ihn selbst, als ihn direkt von deinen Eltern bezahlen zu lassen. So sparst du später viel Geld.

    Hier eine kleine Übersicht, was du als Student von der Steuer absetzen kannst:

    • Studiengebühren
    • Zinsen eines Studienkredits (die Raten selbst nicht)
    • Beiträge an die Uni (z.B. das „Semesterticket“ für den öffentlichen Nahverkehr)
    • Kursgebühren
    • Kosten für Repetitorien
    • Auslandssemester
    • Computer (ACHTUNG: bei einem Kaufpreis über 487,90 Euro (Stand 2017) muss über mehrere Jahre abgeschrieben werden)
    • Fachbücher und andere Lernmittel
    • Kopien, Drucken und Binden von Haus- und Abschlussarbeiten
    • Fahrtkosten zur Uni, zum Praktikum oder Repetitorium
    • Miete für die Wohnung/das WG-Zimmer am Studienort (Allerdings ist das nur im Zuge der doppelten Haushaltsführung möglich. Hierfür musst du nachweisen, dass sich dein Lebensmittelpunkt nicht im Studienort befindet, sondern zum Beispiel in deinem Heimatort. Dort musst du ebenfalls eine eigene Wohnung besitzen und nicht bloß ein Zimmer bei deinen Eltern.)





    Zusammenfassung

    Jeder Student sollte eine Steuererklärung abgeben, ganz egal ob er sich in der Erst- oder Zweitausbildung befindet. Durch den Verlustvortrag spart er im Berufsleben bares Geld.


    Quelle: Smartsteuer



    Geringfügige Beschäftigung "Minijobs" - Häufige Fragen


  • Ich bin Arbeitgeber. Wohin die Pauschsteuer (2%) abführen?

  • Die einheitliche Pauschsteuer von 2% wird gemeinsam mit den Sozialabgaben an die Knappschaft-Bahn-See abgeführt.

    Die Knappschaft-Bahn-See (www.minijob-zentrale.de) ist für den Einzug der Sozialabgaben und der einheitlichen Pauschsteuer zuständig und informiert Sie zu allen Fragen zum Thema Minijobs.


  • Ich bin Arbeitgeber. Muss ich die einheitliche Pauschsteuer von 2% zahlen oder kann ich den Lohnsteuerabzug anhand der individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmale vornehmen?

  • Sie haben die Wahl. Anstelle einer einheitlichen Pauschalsteuer von 2% können Sie auch auf Lohnsteuerkarte abrechnen.


  • Minijob Stundenlohn Limit, Minijob Arbeitszeit Limit?

  • Die monatliche Verdienstgrenze für geringfügige Beschäftigungen beträgt 450,00 Euro. Eine zeitliche Begrenzung auf eine bestimmte wöchentliche Stundenzahl oder eine Stundenlohngrenze besteht nicht.


  • Kann ich mehrere Minijobs gleichzeitig ausüben?

  • Ja, mehrere Minijobs können gleichzeitig ausgeübt werden.

    Für die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung, ob die 450 € Grenze überschritten ist, werden allerdings die Arbeitsentgelte aus den einzelnen Beschäftigungen zusammengerechnet.

    Fazit: Die Summe des Verdienstes aller Minijobs sollte 450 € keinesfalls überschreiten


  • Ich bin Minijobber: Brauche ich eine Lohnsteuerkarte?

  • Nein, eigentlich nicht.

    Entrichtet der Arbeitgeber für den Minijob einen pauschalen Beitrag zur Rentenversicherung, so kann er die Lohnsteuer + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer mit der Pauschsteuersatz von 2% des Arbeitsentgelts erheben (es werden also nur 2% vom Lohn abgezogen).

    Aber: Anstelle der Pauschalierung kann (muss aber nicht) der Arbeitgeber auch auf Lohnsteuerkarte abrechnen. Hierbei fallen bei den Steuerklassen I bis IV allerdings keine Steuerabzugsbeträge an.


  • Ich habe einen Minijob. Muss ich meine Einkünfte aus dem Minijob in der Einkommensteuer-Erklärung angeben?

  • Es gibt zwei Möglichkeiten.

    Wenn der Arbeitslohn pauschal versteuert wurde, muss er nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

    Erfolgte die Abrechnung aber stattdessen nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen, müssen die Einnahmen bei Abgabe der Einkommensteuererklärung angegeben werden.


  • Ich habe andere Einkünfte (z.B. Vermietung u. Verpachtung, Kapitalvermögen oder Rente). Kann ich einen Minijob ausüben?

  • Ja. Die Versteuerung des Mini-Jobs erfolgt entweder durch Entrichtung einer pauschalen Steuer durch den Arbeitgeber oder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen.


  • Kann ich bei meinem Arbeitgeber neben der Hauptbeschäftigung gleichzeitig einen Minijob ausüben?

  • Nein. Ein Arbeitnehmer kann für denselben Arbeitgeber nicht in zwei Arbeitsverhältnissen beschäftigt sein (Grundsatz: einheitliches Beschäftigungsverhältniss), und zwar auch dann nicht, wenn es sich um unterschiedliche Tätigkeiten handelt.


  • Kann ich bei einem anderen Arbeitgeber neben der Hauptbeschäftigung gleichzeitig einen Minijob ausüben?

  • Ja. Neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann eine geringfügige Beschäftigung ausgeübt werden.


  • In welchen Fällen wird die Lohnsteuer bei geringfügigen Beschäftigungen (Mini-Jobs) mit 20% pauschaliert?

  • Nur bei Überschreiten der Entgeltgrenze von 450,00 Euro wegen der sozialversicherungsrechtlichen Zusammenrechnung mehrerer geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse.

    Dann gilt: Keine Pauschsteuer von 2% sondern die pauschale Lohnsteuer mit einem Steuersatz von 20% des Arbeitsentgelts + Solidaritätszuschlag (5,5% der Lohnsteuer) + Kirchensteuer nach dem jeweiligen Landesrecht.


  • Wo erhalte ich Auskünfte zur Sozialversicherung?

  • Für Fragen zur Sozialversicherung wenden Sie sich an die Minijob-Zentrale der Knappschaft-Bahn-See, die Sie unter der Telefonnummer 0355 2902-70799 oder im Internet unter www.minijob-zentrale.de erreichen. Dort finden Sie auch eine Vielzahl nützlicher Informationen und Broschüren rund ums Thema "Geringfügige Beschäftigung" bzw. "Minijobs".


  • Was versteht man unter einer kurzfristigen Beschäftigung? Wie ist hier die steuer- und sozialversicherungsrechtliche Handhabung?

  • Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn sie innerhalb eines Kalenderjahrs auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage (für Zeiträume vor 2015 und nach 2018: längstens zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage) und sie vertraglich oder durch die Art des Jobs automatisch begrenzt ist und 450 € Verdienst pro Monat übersteigt.

    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt dann nicht mehr vor, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird. Berufsmäßig wird eine Beschäftigung u.a. dann ausgeübt, wenn sie nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Berufsmäßigkeit liegt z.B. nicht vor, wenn die kurzfristige Beschäftigung neben einer Hauptbeschäftigung oder beispielsweise von Hausfrauen, Altersrentnern, Schülern und Studenten ausgeübt wird.

    Für kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse fallen keinerlei Sozialversicherungsbeiträge an.

    In steuerlicher Hinsicht kann der Arbeitgeber bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen wählen, ob er den Arbeitslohn aus einer kurzfristigen Beschäftigung gem. § 40a Abs. 1 EStG pauschal mit 25% (zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) oder nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen versteuert.

    Die Voraussetzungen für eine pauschale Versteuerung weichen allerdings erheblich von den sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften für eine kurzfristige Beschäftigung ab. Voraussetzung für eine pauschale Versteuerung ist, dass der Arbeitnehmer bei dem Arbeitgeber gelegentlich, nicht regelmäßig wiederkehrend beschäftigt wird, die Dauer der Beschäftigung 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht übersteigt und der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer 68,00 (bis 2014: 62,00) Euro durchschnittlich je Arbeitstag nicht übersteigt oder die Beschäftigung zu einem unvorhersehbaren Zeitpunkt sofort erforderlich wird.

    Außerdem darf der Arbeitslohn während der Beschäftigungsdauer durchschnittlich je Arbeitsstunde 12,00 Euro nicht übersteigen. Bei Aushilfskräften in Betrieben der Land- und Forstwirtschaft bestehen allerdings noch weitergehende Sonderregelungen.

    Sind die Voraussetzungen für eine Lohnsteuerpauschalierung nicht erfüllt oder verzichtet der Arbeitgeber auf eine mögliche Pauschalierung, muss eine individuelle Versteuerung mit den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ggf. Steuerklasse VI) durchgeführt werden.



    Quelle: Finanzamt Informationen Steuerinfos Geringfügige Beschäftigung



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