Nebenjob als Security – Das muss man mitbringen

Security Kamera

Wer sich für eine Nebentätigkeit in der Sicherheitsbranche qualifiziert, der hat sich für einen interessanten und abwechslungsreichen Beruf mit Zukunft entschieden. Aufgrund des ständig steigenden Bedarfs an Sicherheitskräften können sich Bewerber über sehr gute Jobaussichten freuen.

Egal, ob als Türsteher in Clubs und Diskotheken, als Detektiv in Kaufhäusern und Einkaufszentren, als Objektschützer von Immobilien, Wohnanlagen, Firmen, Baustellen und Industrieanlagen oder als Sicherheitsfachkraft auf Stadtfesten, Konzerten, Sport-Events, Parteitagen, Kongressen und Messen – eine Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe deckt die unterschiedlichsten Aufgaben-, Verantwortungs- und Einsatzbereiche ab. Dieses Berufsbild hat viel mehr verschiedene Facetten, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Und so anspruchsvoll und vielseitig wie diese Tätigkeit, so unterschiedlich und umfangreich sind auch die vielen Einstellungskriterien und Qualifikationen, die Bewerber für einen gelungenen Einstieg und eine erfolgreiche Karriere in der Sicherheitsbranche erfüllen müssen.

Entgegen der allgemeinen Darstellung und Wahrnehmung dieses Berufsbildes in der Öffentlichkeit setzt eine Arbeit im Sicherheitsgewerbe eine komplexe und fundierte Ausbildung voraus, die die unterschiedlichsten Themenbereiche umfasst.

 

Ausbildungsinhalte für eine Tätigkeit in der Sicherheitsbranche

Die Ausbildungsinhalte decken u.a. das Strafrecht, das Strafverfahrensrecht, das Gewerberecht, das Recht der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, das Bürgerliche Recht, das Datenschutzrecht und das Waffenrecht ab.

Diese fachspezifischen Wissensinhalte werden von vielen privaten und öffentlichen Aus- und Weiterbildungsinstituten im Rahmen von entsprechenden berufsqualifizierenden Kursen an Interessenten vermittelt. Hier werden Aus- und Weiterbildungen für alle Berufsbilder im Sicherheitsgewerbe angeboten.

Der erste Schritt in die Sicherheitsbranche ist der 34a Schein, der sogenannte „Security Schein“ oder „Sicherheitsschein“. Damit wird der Grundstein für die Arbeit und die weitere berufliche Qualifizierung in dieser Branche gelegt.

Die allgemein qualifizierende Sachkundeprüfung nach 34a GewO umfasst die unterschiedlichsten Wissensinhalte im Bereich Bewachung und Sicherheit. Dazu gehören u.a. die Themen Sicherheit und Ordnung, Umgang mit Menschen, Gefahrenabwehr,  Unfallverhütungsvorschrift für Wach- und Sicherungsdienste, Verhalten in Gefahrensituationen, Techniken zur Deeskalation in Konfliktsituationen und Grundzüge der Sicherheitstechnik.

Der erfolgreiche Abschluss dieser Prüfung befähigt z.B. zur Arbeit für ein Sicherheitsunternehmen in verschiedenen Aufgabenbereichen. Zu diesen Tätigkeiten gehören u.a. die Arbeit als Detektiv in Kaufhäusern und als Türsteher in Diskotheken sowie die Bewachung von Fußballspielen, Konzerten, Flüchtlingsunterkünften und Aufnahmeeinrichtungen.

Die Prüfung kann bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt werden. Voraussetzung für die Teilnahme an der Sachkundeprüfung nach 34a GewO sind Straffreiheit, ein Mindestalter von 18 Jahren und ein Verständnis der deutschen Sprache in Wort und Schrift.

Ein anderes formelles Einstellungskriterium für eine Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe ist ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis. Ein geeigneter Bewerber darf u.a. keine Vorstrafen aufweisen, nicht Mitglied in einer verfassungswidrigen Partei sein und keine Suchterkrankungen wie Alkohol-, Drogen- oder Arzneimittelabhängigkeit haben. Weitere formelle Einstellungsvoraussetzungen sind der Nachweis eines Schul-, Lehr- oder Ausbildungsabschlusses und die Vorlage einer einwandfreien Schufa-Auskunft.

 

Soft Skills für eine Tätigkeit in der Sicherheitsbranche

Aber das sind noch lange nicht alle notwendigen Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Sicherheitsgewerbe. Mindestens ebenso wichtig wie eine ausreichende fachliche Qualifikation ist auch das Kriterium der charakterlichen Eignung.

Ein entscheidender Soft Skill ist ein positives Selbstwertgefühl. Diese Charaktereigenschaft verleiht innere Ruhe, Gelassenheit und Selbstsicherheit. Dies wiederum ermöglicht einen souveränen und gelassenen Umgang mit Provokationen. Ein ruhiges und besonnenes Verhalten trägt zur Deeskalation von Stresssituationen bei. Demgegenüber lassen sich Personen mit schwachem Selbstwertgefühl schnell provozieren und reagieren oftmals arrogant und überheblich. Dieses Verhalten kann Konfliktsituationen erzeugen und bereits bestehende Stresssituationen leicht weiter eskalieren lassen.

Genauso wichtig sind Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz. Diese Soft Skills erlauben es, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, den Grund für ihr aggressives Verhalten zu verstehen, dieses durch die richtigen Reaktionen zu steuern und dadurch Konfliktsituationen zu entschärfen.

Wesentliche Aspekte sind auch Nervenstärke und Durchsetzungsvermögen. Diese Charaktereigenschaften ermöglichen es, in Stresssituationen Konflikte vor dem Entstehen zu deeskalieren und sich gegen verbalen und körperlichen Widerstand zu behaupten.

Ebenso wichtig ist Flexibilität, um richtig auf berufliche Veränderungen in der Sicherheitsbranche zu reagieren.

Wichtige Charaktereigenschaften sind auch Kommunikationsstärke und Teamfähigkeit. Diese Soft Skills ermöglichen es, in Konfliktsituationen die individuellen Schwächen von einzelnen Teammitgliedern zu kompensieren, indem sich die individuellen Stärken aller Teammitglieder gegenseitig ergänzen. Dadurch können die Fähigkeiten und das Potenzial des gesamten Teams zur Geltung gebracht werden. Zusammen ist man stark. Deswegen sind Teamplayer hier genau richtig – und Einzelkämpfer total fehl am Platz.

Eine weitere Stärke ist die Fähigkeit zur Gefahreneinschätzung. Diese Fähigkeit erlaubt es, mögliche Gefahren und Risiken – im Idealfall schon im Vorfeld – blitzschnell zu erkennen, entsprechend besonnen zu reagieren und durch das eigene Verhalten eine Stress- oder Gewaltsituation schnell und effektiv zu deeskalieren oder aber überhaupt gar erst nicht entstehen zu lassen.

Ebenso entscheidend ist die richtige Einstellung zum Beruf: der Servicegedanke muss absolut im Vordergrund stehen. Die Arbeit muss Spaß und Freude machen. Eine 100-prozentige Einsatzbereitschaft und viel Leidenschaft und Engagement sind erforderlich, um mit den harten Arbeitsbedingungen im Sicherheitsgewerbe wie Wechselschichtdienst, häufig wechselnde Einsatzorte und Überstunden zu Recht zu kommen.

Außerdem werden auch ein höflicher und respektvoller Umgangston, Diskretion, ein freundliches und seriöses Auftreten, Loyalität, Zuverlässigkeit und ein gepflegtes äußeres Erscheinungsbild bei Sicherheitskräften als selbstverständlich vorausgesetzt.

 

Das Sicherheitsgewerbe – eine Branche mit Perspektive

Das Geschäft mit der privaten Sicherheit boomt in Deutschland wie noch nie zuvor. Und aktuellen Statistiken zufolge ist ein Ende dieser Entwicklung noch lange nicht abzusehen. In den letzten Jahren hat die Sicherheitsbranche einen ständig steigenden Bedarf an privaten Sicherheitsdienstleistungen erlebt. Aufgrund des derzeitigen Fachkräftemangels sucht das Sicherheitsgewerbe händeringend nach qualifiziertem Nachwuchs, um diese hohe Nachfrage bedienen zu können. Sicherheitsfachkräfte können sich hierzulande also auf sehr gute Berufsaussichten einstellen.

Dieser Trend spiegelt sich natürlich auch in eindrucksvollen Zahlen wider. Alleine im Jahre 2015 verzeichnete die Sicherheitsbranche in Deutschland einen Anstieg der Beschäftigtenzahl um ganze 15 Prozent auf insgesamt auf 247.000 Mitarbeiter. Der Gesamtumsatz der Sicherheitsbranche in Deutschland wurde für dieses Jahr auf insgesamt 14,5 Milliarden Euro geschätzt.

Ausschlaggebend für das immer höhere Sicherheitsbedürfnis in Deutschland sind vor allem bestimmte politische Entwicklungen der letzten Jahre wie die Flüchtlingskrise und die Anschläge des internationalen Terrorismus. Diese politischen Trends haben die Aufgabenbereiche von Sicherheitsfachkräften in den vergangenen Jahren ständig zunehmen lassen und z.B. einen zusätzlichen Bewachungsbedarf von Flüchtlingsunterkünften und Erstaufnahmestellen sowie von kulturellen, politischen und militärischen Einrichtungen in Deutschland geschaffen. Ein neuer Einsatzbereich, der im Zuge der Corona-Pandemie dazugekommen ist, ist die Kontrolle der Maskenpflicht und der Abstandsregelungen in SARS-Cov-2-Teststationen, in Supermärkten und in Behörden.

 



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