Jahresrückblick 2018 – 35C3 Chaos Computer Club

Technologiepolitik, Digitalpolitik, Netzpolitik – auf der Messe Leipzig kamen über 17000 Hacker zusammen, die sich mit den wichtigsten Themen beschäftigt haben. Ganz oben auf der Liste des CCC sind die Steigenden Mitgliederzahlen des Vereins und die neue Redaktion (Datenschleuder) des Vereins, die sich 2019 wieder aktiver zeigen wird. Wie gewohnt sind die Beiträge auf dem Podium interessant, politisch und witzig – ein Blick hinter die Kulissen der IT und staatlicher Organe. 2 1/4 Stunden Videomaterial gibt es am Ende dieses Beitrages.

Jobs, Nebenjobs, Minijobs – ohne digitale Spuren.

Jedes Kind weiß bereits, dass man nichts mit dem Smartphone machen kann, ohne digitale Spuren zu hinterlassen. Der Anfang der Datenflut beginnt bei der Funkzelle, die jederzeit den Standort des Handybesitzers speichert (natürlich auch den Usernamen, die ID des Handys, die SIMnummern und vieles mehr) und endet mit der APP, die man benutzt, um sich auf einen Job zu bewerben. Es geht digital nicht ohne Spuren, aber es geht mit weniger Daten!

Zugriff gewähren…

…muss man in der Regel nur bei APPs, nicht aber, wenn man über eine normale Webseite auf ein Jobportal gelangt. Es ist natürlich manchmal bequemer, eine Job-APP zu haben, ob es aber sinnvoller ist? Vorweg: es ist sicherlich einfacher eine Bewerbung auf einer klassischen Tastatur zu schreiben, als auf dem Smartphone, eigentlich ist also der Laptop die bessere Wahl. Aber: es ist natürlich bequemer das Werkzeug zu verwenden, auf das man ohnehin fast 100 mal am Tag im Blick hat.

Job-APP

Ist die erst mal installiert, findet man Stellenangebote – so wie auf der Webseite auch. Hat man einen Job gefunden, deinstallieren! Warum? Der Hersteller der Job-APP speichert natürlich alles mit, was er kann. Bewerbungstext und Lebensläufe, Fotos inklusive – Stichwort: Zugriff auf die Kamera. Leider finden viele Bewerber erst nach Installation der 3 oder 4 APP einen Anbieter, der interessante Jobs liefert. Unser TIPP: gleich auf ein Internet-Jobportal (oder mehrere) gehen und die Installationen vermeiden.

Alternative zur Job-APP: Jobportal nutzen

Nutzen Sie lieber ein Jobportal. Erstens kann man sich informieren um wen es sich bei dem Portal-Betreiber handelt (Impressum checken), zweitens sind persönliche Daten sehr viel einfacher zu löschen als in einer APP.
Hat man also festgestellt, dass es sich um eine deutsche Firma und keine ausländische Firma handelt, wäre schon mal der Datenschutz grundsätzlich gewährleistet. Das bedeutet, dass Texte, Bilder, Namen und alles was verschickt wird nicht fremd verwendet werden darf.

 

Bewerbungen über WhatsAPP – verkehrte Welt

In anderen Ländern gelten andere Regeln. Während sogar private Vereine ihr eigenen WhatsAPP-Gruppen löschen, damit kein Unfug mit den Chats der Mitglieder betrieben werden kann, verhalten sich andere Firmen genau gegensätzlich, um möglichst jeden noch so kuriosen amerikanischen “Lifestyle” nach Deutschland zu exportieren.

Bewerben Sie sich über WhatsAPP

Nein, tun Sie das nicht!

Bewerbungen per WhatsAPP sind vielleicht noch ein bisschen bequemer. Stimmt. Durch die gute Arbeitsmarktlage (hohe Nachfrage an Arbeitskräften, leerer Bewerbermarkt) reicht vielen Firmen derzeit vermutlich auch eine WhatsAPP als Bewerbung oder einen Lebenslauf auf einem Bierdeckel. Aber man sollte sich dann nicht wundern, wenn der Betreiber von WhatsAPP (Facebook) nun auch noch weiß, wie der Lebenslauf aussieht, wo die Stärken und Schwächen liegen und was man so gemacht hat, bevor es WhatsAPP gab – eine perfekte Ergänzung zu den aktuellen privaten Nachrichten und Bilder des Nutzers.

DSGVO konform? Jein.

Wenn der Bewerber sich meldet, stimmt der Bewerber automatisch zu, dass seine Daten per WhatsAPP übermittelt werden… in Deutschland eine rechtliche Grauzone, da ja auch das Nutzerbild und die Telefonnummer mit übermittelt werden. Auch wenn der Arbeitgeber nur diese Daten sehen kann, das eigentliche Problem liegt am Betreiber – der sieht nämlich alles.

Unser TIPP:

Bewerben Sie sich klassisch, entweder per Email oder über Kontaktbereich eines deutschen Stellenportals. Und wenn es schnell gehen soll, nutzen Sie eine eher unbekanntere Funktion des Smartphones: rufen Sie einfach mal an.


  Schlagwörter: , , , , ,
  AMP-Version von "Jahresrückblick 2018 – 35C3 Chaos Computer Club"