Was muss man beim Bewerbungsgespräch beachten?

Das (Be)werbungsgespräch – Verkaufen Sie sich!

Sie haben Ihre schriftliche Bewerbung fertig ausgearbeitet und an das einstellende Unternehmen geschickt. Nun heißt es Daumen drücken und auf Rückmeldung warten. Kommt dann die Einladung zum persönlichen Gespräch hat sich die Tür zu Ihrer neuen Arbeitsstelle geöffnet, aber nicht stolpern, Sie wollen ja den Job. Um Sie besser auf das kommende Vorstellungsgespräch vorzubereiten und die Aufregung in Grenzen zu halten, geben wir Ihnen in dieser Rubrik einige Tipps.

Der erste Schritt zum Erfolg ist immer die entsprechende Vorbereitung. Versuchen bereits vor dem ersten Termin etwas über das angepeilte Unternehmen zu erfahren. Die nötigen Informationen sind in der Regel über die Internetseiten der jeweiligen Firmen oder die Pressestellen zu erfahren, ein Blick in die Tageszeitung kann Ihnen unter Umständen auch zu weiteren Informationen verhelfen. Vielleicht gibt es auch jemanden in Ihrem Bekanntenkreis der in derselben Branche arbeitet oder sogar das Unternehmen kennt.

Gerade größere Firmen nutzen Auswahlverfahren wie Assessment-Center oder Einstellungstests um den “richtigen” Bewerber aus der Menge zu “filtern”. Ob nun vor dem Gespräch ein Test stattfindet oder nicht – jeder möchte sich bei dem ersten persönlichen Auftritt beim “künftigen” Arbeitgeber bestmöglich präsentieren und fordert von sich absolute Perfektion, d. h. den Anspruch, alles richtig zu machen.

Assessment-Center & Co.

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl der Bewerber pro ausgeschriebenem Arbeitsplatz erleichtern Sich viele Unternehmen das Auswahlverfahren durch Einstellungstests oder Assessment-Center, die unter den Bewerbern die Spreu vom Weizen trennen soll.

Solche Tests sollen in erster Linie Auffassungsgabe, Allgemeinbildung, Intelligenz und Belastbarkeit des Bewerbers auf die Probe stellen.

Dadurch kann das einstellende Unternehmen ein Persönlichkeitsprofil ausarbeiten und besser abwägen ob die Person für die zu vergebende Arbeit geeignet ist oder erst gar nicht in die engere Auswahl kommt.

Aber nicht verzagen, auch hier gilt wieder das Motto “gutes Vorbereiten”. Obwohl es keine Musterlösung für solche Eignungstests gibt, ist das Schema im Grunde immer das gleiche. Im Internet gibt es zahlreiche Tests, welche frei zugänglich sind, um dieses Schema zu trainieren.

Einige Beispiele für Einstellungstests finden Sie hier: www.focus.de

Werden Sie sich Ihrer Stärken und Schwächen bewusst

Denken Sie auch daran, vor dem ersten Gespräch die Stellenanzeige nochmals zu studieren. Vergleichen Sie das Anforderungsprofil der zu besetzenden Stelle mit Ihren Stärken und Schwächen und werden sich bewusst, welche Anforderungen Sie ganz sicher, teilweise oder gar nicht erfüllen.

Ein Rollenspiel kann ebenfalls sehr hilfreich sein. Greifen Sie sich einen Freund oder Bekannten und spielen Sie das Bewerbungsgespräch mit ihm/ihr durch, um vorab für Sie kritische Fragen und Passagen im Gespräch durchzuspielen.

Beispiele für die verschiedenen Typen von Fragen haben wir im Anschluss an diese Rubrik gelistet.

Spielen Sie nicht Baron Münchhausen, Übertreibungen sind zwar gestattet, man sollte sie jedoch nur in Maßen einsetzen, denn ein erfahrener Personaler bemerkt recht schnell, wenn Sie beginnen “Seemannsgarn zu spinnen”.

Hat Ihr Lebenslauf Schwachstellen oder Lücken, wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder häufige Arbeitgeberwechsel? Dann sollten Sie sich bereits vorab eine gute Argumentation oder Erläuterung dafür zurechtlegen, denn die Frage nach dem “Warum” wird auf jeden Fall kommen. In diesem Zusammenhang sollten Sie auch nicht allzu schlecht über ehemalige Arbeitgeber sprechen, das kommt zum einen nicht gut beim Gegenüber an und macht andererseits überhaupt keinen Sinn. Hier gilt “weniger ist mehr”. Manchmal ist es besser, weniger Worte zu machen als sich in einem Wust von Beschuldigungen und Rechtfertigungen zu verstricken.

Halten Sie Ihre Erläuterungen kurz, objektiv und beschränken sich auf das Wesentliche. Somit kann Ihnen in dieser Situation nichts passieren.

Last but not least sollten Sie Ihren Lebenslauf kennen. Ihr Gegenüber weiss nur was in diesem Schreiben steht und wird sicherlich noch offene Fragen zu diesem haben.

Nur noch 24 Stunden …

… bis zum Test oder Gespräch – Sie haben sich bestens vorbereitet, wissen um Ihre Stärken und Schwächen, haben sich über die Geschichte des Unternehmens informiert und die Einstellungstests bis zum abwinken trainiert.

Im Grunde könnten Sie einen Vortrag über sich und das Unternehmen halten, dennoch kommt dieses unbehagliche Gefühl, das Ihnen aus der Schulzeit von Prüfungen bestens bekannt ist, wieder in Ihnen hoch. Sie werden nervös. Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf, den meisten geht es in Ihrer Situation ähnlich. Es spielt keine Rolle ob Sie sich gut oder schlecht auf einen solchen Termin vorbereitet haben, wer wäre denn in Ihrer Situation nicht aufgeregt? Wichtig ist nur, dass Sie sich jetzt nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Anstatt am Abend zuvor zum 1000ten mal die Unterlagen durchzukauen sollten Sie sich mal eine Auszeit gönnen. Schalten Sie ab, schauen Sie sich einen guten Film an, steigen in die Badewanne oder ähnliches und tun sich mal wieder was richtig Gutes.

Der Tag der Entscheidung

Stehen Sie heute lieber etwas früher auf. Es dürfte Ihnen nämlich schwer fallen, trotz Hetze und Eile auf dem Weg zur Firma noch einen gelassenen und entspannten Eindruck zu hinterlassen, wenn Sie das Haus erst mit wehenden Fahnen verlassen haben.

Stellen Sie sich den Wecker etwas früher als sonst und genießen Sie den Tag. Starten Sie mit einem ausgiebigen Frühstück, achten Sie auch darauf, was Sie zu sich nehmen. Übermäßiger Genuß von Kaffe oder Tee sollte vermieden werde, das macht Sie unter Umständen nervöser als Sie vielleicht ohnehin schon sind. Das optimale Frühstück sind Vollkornprodukte, Müsli und Obst – das macht lange satt und hält Sie fit.

Ist der Weg zum Unternehmen länger, sollten Sie unbedingt etwas für den kleinen Hunger zwischendurch mitnehmen. Bananen sind der ideale Wegbegleiter für solch eine Fahrt.

Checkliste für das Bewerbungsgespräch:

  • Block und Stift
  • Taschentücher
  • Flugticket / Bahnfahrkarte
  • Anfahrtsskizze
  • Adresse und Namen des Ansprechpartners
  • Bonbons / Kaugummis für einen frischen Atem
  • Verpflegung für Unterwegs

Weibliche Bewerber sollten, sofern Sie Feinstrümpfe tragen, unbedingt ein paar Ersatzstrümpfe mitnehmen. Schliesslich weiss man nie, welche Überraschungen einen unterwegs erwarten. Stellen Sie sich das Unmögliche vor und seien Sie darauf vorbereitet!

Fahren Sie unbedingt rechtzeitig los und planen Sie Verkehrsstaus und verpasste Züge mit ein. Dies sind keine Gründe für zu spätes Kommen. Überlegen Sie sich, ob Sie nicht gar am Abend zuvor anreisen, wenn die Fahrt äußergewöhnlich lang ist. Zu spätes ist jedoch ebenso unhöflich wie zu frühes Kommen.

Erlaubt es die Situation, so gehen Sie lieber noch eine Runde um den Block spazieren und entspannen sich. Wenn Sie fünf bis zehn Minuten vor dem vereinbarten Termin eintreffen, ist Ihr Timing perfekt.

Der Countdown läuft …

Noch zehn Minuten bis zu Ihrem Auftritt. It’s showtime! Zeigen Sie Ihrem nächsten Arbeitgeber was Sie können und warum gerade Sie der/die richtige für diesen Job sind.

In den meisten Fällen werden Sie von der Empfangsdame begrüßt. Sie ist zwar kein Entscheider, dennoch ist bereits hier Konzentration angesagt, denn Personalchefs erkundigen sich häufig bei Ihr nach Ihrem Auftreten und dem ersten Eindruck. Und dieser zählt!

Begrüßen Sie die Dame am Empfang freundlich, nennen Sie Ihren vollen Namen, den Grund Ihres Besuches und Ihren Ansprechpartner im Unternehmen.

Wahrscheinlich werden Sie gebeten, kurz Platz zu nehmen und einen Moment zu warten, da Sie am Empfang abgeholt werden. Nutzen Sie diese Gelegenheit um ausliegende Broschüren über das Unternehmen durchzublättern und somit Ihren Wissenstand über das Unternehmen zu erweitern oder einen letzten Check-up im Waschraum zu machen:

Viele Menschen bekommen in solchen Situationen schweißnasse Hände, hier hilft es kaltes Wasser über die Handgelenke fließen zu lassen – trocknen Sie sich aber die Hände sehr gut ab. Kleiner Tipp unsererseits: Achten Sie auf den Wasserstrahl des Hahnes, viele Wasserhähne sind Springbrunnen – und wir wollen doch nicht unser Outfit bekleckern.

Gegen “ätzenden” Geschmack im Mund können Sie kurz vor dem Gespräch noch ein Bonbon lutschen, keinesfalls aber während der Unterhaltung, denn Sie sind schliesslich zum Reden gekommen, und nicht zum Bonbon lutschen.

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick in den Spiegel. Feuern Sie sich nochmal selber an!

Denken Sie daran: Wenn man etwas will, muss man es sich holen. Von selbst kommt nur der Tod.

Ihr Gesprächspartner

oder Ihr Kunde, ganz wie Sie wollen. Treffen Sie auf diesen, gehen Sie ihn ganz gelassen an. Stürzen Sie nicht gleich auf ihn los, reißen ihm die Hand ab und erschlagen ihn mit Worten. Auch hier ist weniger mehr. Lassen Sie das Gespräch auf sich zukommen und studieren Sie ihren Gesprächspartner kurz (aber nicht anstarren). Beobachten Sie Ihn und versuchen Sie, sich auf ihn einzustellen. Was für eine Type sitzt da?

Dieses Gegenseitige beobachten spielt sich im Laufe weniger Sekunden ab. Nutzen Sie die Zeit um die Situation einzuordnen – ist die Atmosphäre locker, distanziert oder formell?

Das “Verkaufsgespräch”

Besonders wichtig, übrigens in jedem persönlichen Gespräch, ist der Blickkontakt. Halten Sie den Blickkontakt, jedoch nicht zu intensiv, schliesslich sitzt vor Ihnen kein Hund dem Sie zeigen müssen dass Sie Selbstvertrauen haben.

Jetzt beginnt das gegenseitige Kennenlernen. Eine lockere Konversation macht jeden Anfang leichter, bedanken Sie sich für den freundlichen Empfang, bemerken Sie, dass Sie ohne große Schwierigkeiten hergefunden haben, oder sagen etwas Positives über das Gebäude. Wir raten davon ab über das Wetter, den Familienstand, die gesundheitliche Verfassung oder zum Beispiel die Krawatte Ihres Gesprächspartners zu reden. Solche Themen sind hier nicht angebracht.

In der Regel wird Ihnen nach der Begrüßung ein Platz und etwas zu Trinken angeboten. Nehmen Sie das Angebot ruhig dankend an, zum einen wissen Sie nicht wie lange das Gespräch dauern wird, außerdem wirkt es schnell unfreundlich wenn Sie Ihrem Gastgeber diesen Wunsch abschlagen. Zeigen Sie vielmehr, dass Sie das Angebot zu schätzen wissen.

Da Bewerbungsgespräche häufig mit mehreren Personen aus Personal- und Fachabteilungen geführt werden, ist es wichtig, dass Sie sich die Namen Ihrer Gesprächspartner sofort einprägen/notieren. Achten Sie darauf, die Personen mit Ihrem Titel anzusprechen (z.B. Herr, Frau, Dr. oder Prof.). Erstens zeugt es von ungeheurer Aufmerksamkeit Ihrerseits, alle Beteiligten mit Namen ansprechen zu können, und zweitens wird jeder Mensch gerne mit seinem Namen angesprochen. Also – Namen schnell notieren oder Visitenkarten in entsprechender Reihenfolge auf dem Tisch anordnen.

Wie bereits erwähnt sollten Sie sich mit negativen Äußerungen über Ihren ehemaligen Chef zurückhalten. Dies ist ein absolutes Tabu. Egal wie groß Ihr Frust und Ihre Abneigung dieser Person gegenüber sind, zügeln Sie sich, denn sonst werden Sie schnell als Querulant abgestempelt. Halten Sie sich mit Äußerungen zurück und lassen Sie sich
auf tiefergehende Gespräche über die Ex-Firma nicht ein. Es ist völlig ausreichend wenn Sie einen Wechsel mit der Suche nach einer neuen Herausforderung, dem Wunsch nach beruflicher Veränderung oder Neuorientierung begründen.

Endspurt und Zieleinlauf

Um einen besseren Einblick in Ihr Persönlichkeitsbild zu bekommen fragen viele Arbeitgeber nach dem Privatleben der Bewerber. Nicht selten sind hier Fragen nach der Familienplanung und dem Partner.

Gehen Sie nicht zu sehr auf Ihr Familienleben ein, denn zu detailierte Informationen über Sich machen Sie vielleicht transparenter als Ihnen lieb ist.

Bei Fragen zu Ihrem Aufgabengebiet im Unternehmen ist es wiederum anders. Diese zeigen dem Arbeitgeber, dass Sie sich für die Stelle interessieren und neugierig darauf sind. Hören Sie daher beim Gespräch gut zu, Sie wollen doch keine Frage stellen die bereits beantwortet wurde. Fragen die ins Detail gehen geben dem Arbeitgeber zu verstehen, dass Sie das Aufgabengebiet verstanden haben.

Überlegen Sie bevor Sie Fragen. Stellen Sie Ihre Fragen bezüglich Spesen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Vergünstigungen u.ä. erst in der zweite Gesprächsrunde. Der Termin für diese wird Ihnen gegeben wenn der Eindruck stimmt und Sie den ersten Schritt gen Vertragsabschluss getan haben.