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Minijobs – Warum sind Kurierdienste so gefragt?

Kurierfahrer – fast jeder kennt die Paketzusteller, die Amazon Bestellungen ausliefern oder die Lieferanten für Essen, Getränke und andere online Bestellungen. Über 19 Millionen Deutsche (also fast jeder vierte) kommt jährlich mindestens ein Mal mit einem Fahrer dieser Dienste in Kontakt.

Es ist ja auch sehr einfach, bequem und gerade in der derzeitigen Situation gefragter den je sich etwas liefern zu lassen. Außerdem sieht man ja an jeder Ecke Werbung der Bestellplattformen –  und die Fahrräder, Autos und Roller mit bekannten Logos gehören schon längst zum Alltag.

Aber zunächst wollen wir den Begriff „Kurierdienst“ erklären.

Unter einem Kurierdienst versteht man ein Unternehmen, welches Waren von einem Ort zum anderen befördert. Jedoch anders als in der “klassischen Groß-Logistik” nicht mit LKW, Gabelstapler, Zug oder Schiff, sondern mit Fahrrad, Roller, PKW oder Transporter.

Kurierdienste fasst man in Deutschland meistens unter dem Begriff “KEP-Dienste” (Kurier-Express-Paket-Dienste) zusammen. Der Dienst wird in folgende Bereiche unterteilt:
Kurierdienste, Paketdienste, Expressdienste und den Nachtexpress.

Warum braucht es Kurierfahrer?

Die Möglichkeit ist für viele verlockend, nicht selbst kochen oder einkaufen zu müssen. Auch shoppen kann bequemer von der Couch aus sein, denn die gewünschte Ware muss nicht umständlich (mit Bus oder Bahn) selbst nach Hause transportiert. Auch wer ein Auto hat, findet das Angebot attraktiv, wenn es einfach  geliefert wird – man muss es ja dann auch nicht schleppen. Und, ehrlich gesagt: die Auswahl an Onlineshops und Bestelldiensten für Essen ist so vielfältig geworden, dass für jeden etwas dabei ist. Natürlich, die Gründe dafür sind hauptsächlich Bequemlichkeit, Zeitmangel und meist günstigere Preise als im Einzelhandel.

Da wir uns so viele Dinge liefern lassen, sind die Kurierunternehmen mittlerweile auch großer wirtschaftlichen Faktor in Deutschland geworden.

In wie fern sind die KEP-Dienste von der Corona-Pandemie betroffen?

Da Restaurants und Geschäfte geschlossen haben, steigt die Anzahl an Bestellungen über den Online-Handel so stark an, dass der Bestell-Höhepunkt des Onlinehandels zur Winterzeit bereits überschritten wurde. Der Einzelhandel und die Gastronomie braucht Alternativen während der Schließung, daher haben sich eine Vielzahl an Unternehmen mit dem Online-Service angefreundet, weil es eben die einzige Alternative ist. Auch wenn der Umsatz in der Gastro dadurch nicht kompensiert werden kann – eine kleine Maßnahme zur Kundenbindung als “Gedächtnisstütze” ist es allemal.

Es werden aber auch vermehrt Lebensmittel (Bofrost, Hello Fresh, Netto, Rewe, Edeka, Supermarkt24, myTime, Amazon Fresh) und Getränke (Durstexpress, flashenpost) bestellt, was die klassischen Lieferketten der Supermärkte und Getränkemärkte vor Herausforderungen stellt. Die Nachfrage an Mitarbeiter ist dort zusätzlich stark gestiegen.

Wie viele Lieferdienste gibt es und welcher ist der Erfolgreichste?

Es gibt in Deutschland etwa 16.000 Lieferdienste!
Sie verteilen sich über die ganze Republik und stehen in Abhängigkeit zur örtlichen Bevölkerungsdichte. Die Städte mit den meisten Lieferservices sind Berlin, München und Hamburg. Der erfolgreichste ist Delivery Hero mit 24.617 Mitarbeitern und einem Umsatz von 1,24 Milliarden Euro (Stand 2019) – und der Umsatz 2020 wird weit höher sein. Kein Wunder also, dass auch der Unternehmenswert und somit die Aktien von Delivery Hero und Hello Fresh seit März 2020 dramatisch gestiegen sind.

Auf was fährt der Kurierfahrer ab?

Meistens werden Fahrrad, Motorroller und Auto benutzt, weil diese für viele Situationen in den Städten gut geeignet sind. Ein Roller ist klein und schnell, ein Fahrrad zählt zu einem guten ökologischen Fußabdruck und ein Auto kann über große Entfernung und schwerere Waren ausliefern. Also ist die Fahrzeugwahl bei Lieferservices abhängig von dem Ort und der Art der Ware.

Es gibt eine Vielzahl an Lieferdiensten, aber worin unterscheiden sie sich?

Online-Händler setzen bei Ihren Aussendungen verschiedene Schwerpunkte, was die Schnelligkeit oder Flexibilität der Zustellung betrifft, was dazu führt, dass verschiedenste Kurierdienste in Deutschland und weltweit unterwegs sind und sich ein Wettbewerb bildet.

Sozial. Systemrelevant.

Lieferunternehmen haben dadurch auch einen viel größeren Stellenwert in der Gesellschaft erreicht, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sozial. Sie beschäftigen viele Leute in Vollzeit, Teilzeit oder auf Minijob-Basis und bieten somit einen festen Arbeitsplatz an. Während der Corona Pandemie sind sie sogar systemrelevant, denn nur sie können noch das Essen bringen, wenn Freunde und Bekannte ausfallen – oder niemand mehr auf die Straße darf.

Ja, es nervt, wenn der Fahrer ungünstig auf dem Gehweg steht, weil er nirgendwo parken kann. Aber wo soll er hin? Die Pizza kommt eventuell auf dem Roller daher, und der Postbote fährt auch im tieften und kältesten Winter auf dem Fahrrad. Für die (unzähligen) Paket Bestellungen über Zalando, Amazon, Ebay oder AliExpress wird es da schon schwieriger im Stadtgebiet in der 30iger Zone einen Parkplatz zu finden, nicht war?

Darum daran denken:

Da die Kurierdienste und deren Fahrer so wichtig sind, vergessen Sie bitte nicht:
Geben Sie dem netten Lieferanten, Kurier, Briefträger, ruhig einen gutes Trinkgeld (oder ein selbstgemachtes Weihnachtsplätzchen, wenn er keine Geldgeschenke annehmen darf…). Und nicht nur dann, wenn er zu Ihnen in den 5 Stock kam.

Hier finden Sie Jobangebote von Unternehmen, wenn auch Sie Kurierfahrer werden wollen.

https://www.gelegenheitsjobs.de/stellenangebote/stellenmarkt-bundesweit.php?ses=Kurier

Redaktion (fk) Ferdinand Karl

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