Minijobs - Informationen zum Minijob



"Mini-Jobs" - Grundsätzliche Begriffserklärung

- Minijob = 450 Euro Basis = geringfügige Beschäftigung
- Kurzfristige Beschäftigung = Minijob mit Sonderregelung (siehe unten)
- Über 450,01 Euro bis 850 Euro = Gleitzonenjob = Midijob (siehe unten)

Für immatrikulierte Studenten, die als Werkstudenten Jobben wollen, gelten Sonderregeln. Werkstudenten, oder Arbeitgeber, die Werkstudenten einstellen wollen klicken hier: Werkstudenten Privileg


Allgemeine Minijob-Regelungen

Minijobs sind sogenannte "geringfügige Beschäftigungen". Das Entgelt ist (mehr oder weniger) regelmäßig und kann (muss aber nicht) bis zu einem Betrag von 450 Euro im Monat reichen (kurzfristig auch darüber - siehe unten). In privaten Haushalten ist es meist weniger.

Der Mindestlohn gilt auch bei Minijobs. Minijob Mindestlohn = 8,84 Euro (seit 2017). Alte Arbeitsverträge müssen ggf. angepasst werden!

Bei einem Minijob gibt es keine Arbeitslosenversicherung und keine gesetzliche Kranken- oder Pflegeversicherung, in die Du einzahlen musst. Aber: Wer seinen Minijob verliert, erhält auch kein Arbeitslosengeld!

Ein Minijob ist rentenversicherungspflichtig. Du kannst Dich aber davon befreien lassen. Ohne Befreiung zahlst Du 3,7 Prozent Deines Lohns in die Rentenversicherung ein. Damit hast Du einen (geringen) Rentenanspruch. Du hast auch Anspruch auf staatliche Zulagen - wie z.B. die Riester-Altersvorsorge.

Minijobber sind Arbeitnehmer in Teilzeit. Du hast natürlich die gleichen Rechte wie in Vollzeit: wenn Du krank wirst, wird Dein Gehalt weiter gezahlt. Du hast auch Anspruch auf bezahlten Urlaub!

Es gibt in jedem Ort und in jeder Stadt Minijobs, die Anmeldung erfolgt trotzdem immer zentral über die Minijob-Zentrale.


Fragen zum Minijob?

Solltest Du Fragen zu Rechtsthemen oder Versicherungen im Bereich Minijobs haben, empfehlen wir Dir den Kontakt:

- zur Minijob Zentrale der Bundesknappschaft unter Service Telefon 0355 2902-70799 oder

- das Bürgertelefon des Arbeitsministeriums zum Thema Arbeitsrecht 030 221911004


Wie viele Minijobber gibt es in Deutschland?

Die Bundesagentur für Arbeit gibt (für Oktober 2016) 7.399.000 geringfügig entlohnte Beschäftigte in Deutschland an.

Zum Vergleich: Arbeitnehmer in "normalen", also gesetzlich Versicherten Jobs gibt es nur etwa 4,3-mal öfter (31.728.000).

Woher kommen die vielen Minijobber? Studenten mit Studentenjobs, Rentner - oder ältere Arbeitnehmer mit Erfahrung und einer hauptberuflichen Tätigkeit z.B. 50plus die etwas hinzuverdienen wollen, zählen zu dieser Gruppe.

Alle Nebenjobber, die in Privathaushalten Nebenjobs verrichten (Nachhilfe, Reinigung, Pflege, Helfer), zählen natürlich ebenfalls zu den geringfügig Beschäftigten Minijobbern.


Minijob gewerblich und Privat-Minijob - Unterschiede

Minijobs im gewerblichen Bereich sind 450-Euro-Jobs, die auch "auf 450 Euro-Basis" oder kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse genannt werden (Definition: §8 Sozialgesetzbuch, 4. Buch).

Minijobs in Privathaushalten - sogenannte private Minijobs - haben dieselbe gesetzliche Grundlage.

Im Sozialgesetzbuch steht, dass bei einem Minijob das regelmäßige Entgelt 450 Euro im Monat nicht übersteigt (=5.400 Euro pro Jahr, inklusive Urlaubsgeld oder weiterer Zahlungen!)

Du kannst aber auch ab und zu (bis maximal 3 Monate) mehr als 450€/Monat verdienen, wenn Dein Gesamtverdienst des Minijobs die 5.400€ im Jahr nicht sprengt.


Zusammenfassung

Die Entgelt Obergrenze für Minijobs liegt (seit 2013) bei 450 Euro (bzw. 5.400 Euro pro Jahr). Außerdem besteht seit 2013 Rentenversicherungspflicht (von der man sich jedoch befreien lassen kann).

Dein Arbeitgeber muss Dich in jedem Fall bei der Minijobzentrale anmelden - hierfür hat er eine Betriebsnummer als Arbeitgeber erhalten. Du musst die Anmeldung (Formblatt der Minijobzentrale, muss Dir vom Arbeitgeber vorgelegt werden) ebenfalls unterzeichnen (quasi als Arbeitsvertrag).

Wichtig: Keine Unterschrift, kein klar (gesetzlich) geregelter Arbeitsvertrag! Die Anmeldung Deines Minijobs bei der Knappschaft ist Aufgabe des Arbeitgebers und ein MUSS!


Krankheit und Urlaub - welche Rechte hat man als Minijobber?

Die gleichen Rechte wie auch jeder andere Arbeitnehmer in Teilzeit, d.h.:

1) Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bei Minijob und
2) Urlaubsgeld bei Minijob.

Ist der Minijobber aber länger als 6 Wochen krank, so können 80% des Krankheitsgeldes von der Minijobzentrale übernommen werden (Formular U1).

Die Formel für Urlaubstage ist grundsätzlich: (24) x (die Tage die der AN pro Woche arbeitet) : 6

Sicherheitshalber aber lieber beim Bürgertelefon für Arbeitsrecht erkundigen: 030 221911004 (Arbeitsministerium / Arbeitsgericht)



Minijob als kurzfristige Beschäftigung

Oft wird nicht von geringfügiger, sondern von "kurzfristiger Beschäftigung" gesprochen - aber was ist das? Ein Minijob?

Ja, es ist ein Minijob - mit kleinen Unterschieden. Ist die Beschäftigung schon zu Beginn so angelegt, dass 70 Arbeitstage oder drei Monate innerhalb eines Kalenderjahres nicht überschritten werden, ist das ein Minijob in kurzfrisitger Beschäftigung.

Wichtig: die Anstellung darf jedoch nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Berufsmäßig = erlernter Beruf, dem Du hauptberuflich auch nachgehst. Eine kurzfristige Beschäftigung ist vor allem für die Ferienjobs von Schüler und Studenten, also die Sommerferien oder Semesterferien gedacht.

Ab 1. Januar 2019 gilt: zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage (Quelle: bmas)

Ein kleiner Unterschied ist noch der Stundenlohn bei kurzfrisitgen Beschäftigten. Der darf im Durchschnitt 12 Euro nicht übersteigen (ein Minijobber hat hingegen keine Obergrenze). Der Mindestlohn gilt jedoch für beide gleich.


Minijob Mindestlohn

Seit 1. Januar 2017 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 8,84 Euro.
Damit würde sich bei geringfügigen Beschäftigungen bzw. bei allen Minijobbern die Arbeitszeit verkürzen - sofern diese bisher auf 8,50€ angestellt waren.

In allen Fällen müsste der Arbeitsvertrag korrigiert werden, 8,50 Euro gibt es ja nicht mehr - da muss also mindestens 8,84 Euro stehen! Eine Obergrenze für den Stundenlohn gibt es nicht, außer bei der kurzfristigen Beschäftigung (siehe oben).

Arbeitsstunden Liste bzw. §17 Mindestlohngesetz:

Alle Arbeitgeber !müssen! eine detaillierte Stundenaufzeichnungen für Ihre Minijobber führen, 2 Ausnahmen gibt es aber: Im Privathaushalt (also nicht gewerblich) und bei Familienangehörigen muss keine Liste geführt werden.


Minijobs und Arbeitslosigkeit - Hartz IV

Bekommt man Arbeitslosengeld ALG 1 oder 2, obwohl man einen Minijob macht?

Beim ALG-I bleiben vom Netto 165 € anrechnungsfrei - was darüber hinausgeht wird in voller Höhe angerechnet - für Minijobber, die den Nebenjob bereits vor der Arbeitslosigkeit ausgeübt haben, gibt es eine Sonderregelung bei der Anrechnung.

Beim Nebenjob während der Arbeitslosigkeit ist zwingend darauf zu achten, dass maximal 14,99 Stunden (also 14 Stunden und 59 Minuten) und auf keinen Fall genau 15,00 Stunden pro Woche erreicht werden. 15 Stunden sind nämlich zu viel!

Beim ALG-II gelten andere Anrechnungsregelungen. Eine Stundenbegrenzung wie beim ALG-I gibt es nicht. 100 Euro sind frei. Von dem, was du darüber verdienst - also zwischen 100,01 Euro und 1.000,00 Euro sind immer 20% frei.

Beispielrechnung bei 450 Euro Verdienst:
100 Euro sind frei. Darüber verdienst Du aber ja 350 Euro. Von den 350 Euro sind 20% frei. D.h. 350*20% = 70 Euro. Folglich sind 100 Euro +70 Euro frei: = 170 Euro


Minijob 1, Minijob 2, Minijobs 3 – mehrere Minijobs

Hast Du mehrere Minijobs bei unterschiedlichen Arbeitgebern? Kein Problem, das ist erlaubt. Jedoch musst Du aufpassen, wenn Du mehr als 450 Euro pro Monat verdienst. Versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung sind alle Arbeitnehmer, die mehr als 450 Euro pro Monat verdienen!

Minijob und trotzdem mehr als 450€ verdienen?
Du kannst jährlich 2400 Euro mehr verdienen – bzw. 200€ pro Monat mehr, also sozusagen ein 650€ Minijob. Das geht aber nur, wenn Du für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Körperschaft tätig bist, zum Beispiel: Vereine, soziale Einrichtungen, Kirchen, etc.

Außerdem musst Du pädagogisch oder künstlerisch tätig sein, oder in der Pflege (Altenpflege, Krankenpflege, Behinderung) arbeiten. Das Stichwort hier heißt „Übungsleiterpauschale".

Ein Minijob mit der Übungsleiterpauschale kann also 650 Euro im Monat Entgelt bringen, und zwar sozialversicherungsfrei. Das gilt aber nicht nur für den Minijob! Die 2400€ kann jeder Arbeitnehmer, jeder Student, jeder Hausmann/Hausfrau und jeder Arbeitslose verdienen, wenn er nicht mehr als 1/3 seiner Zeit als Übungsleiter arbeitet. Der Übungsleiter unterstützt mit seiner Arbeit gemeinnützige Arbeiten mit pädagogischer Ausrichtung (Ausbilder (auch an Tieren), Dozent (Vorträge), Pfleger, Erzieher, Künstler, Chroleiter, Förderer, Dirigent, etc.).


Minijobs sind rentenversicherungspflichtig

Der Arbeitgeber zahlt für eine geringfügige Beschäftigung seines Minijobbers den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Entgelts. Minijobber müssen zusätzlich 3,7 Prozent zahlen. Du kannst Dich von der Rentenversicherung aber befreien lassen, schriftlicher Erklärung gegenüber des Arbeitgebers reicht aus.

Vorteile der Rentenversicherung:
Der Minijob zählt dadurch zu den Pflichtarbeitszeiten, die bei Ansprüchen auf medizinische Rehabilitation, Umschulungen oder Ähnlichem als Nachweis erbracht werden muss. Neben der Erhöhung der Rente um ca. 4,30 Euro pro Jahr (5400€ pro Jahr Brutto Entgelt) hast Du Anspruch auf die staatliche Riester-Förderung.

Fragen zur Rentenversicherung?
Die Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung hilft Dir kostenfrei unter der Servicenummer: 0800 1000 4800.


Der Minijob ist krankenversichert, Du nicht

Der Arbeitgeber führ eine Pauschale ab (13%), außer Du bist privatversichert. Du hast jedoch keinen Anspruch auf die Leistung, da die Pauschalabgaben in den allgemeinen Gesundheitsfonds fließen. Du musst also freiwillig gesetzlich oder privat oder familien-krankenversichert sein, das ist auch gesetzliche Vorschrift! Für Flüchtlinge als Minijobber gibt es einen Sonderfall. Da einen Flüchtling nicht krankenversichert ist, muss auch der Arbeitgeber keine Abgabe leisten.


Minijobs im Privathaushalt

Hier profitieren Minijobber und privater Arbeitgeber! Die Pauschalabgaben sind viel geringer, die Steuerermäßigung viel höher. Warum? Der Staat will private Minijobs sehr stark fördern, z.B. als Haushaltshilfe, im Pflegebereich, etc.


Wichtig für Arbeitgeber: Vergiss nie Deinen Minijobber anzumelden!

Wissenswertes:
- Pauschale Abgaben privat
- Pauschale Abgaben gewerblich

Alle Infoblätter und Formulare der Minijobzentrale für private Haushalte findest Du hier.






Midijobs - Gleitzonenjobs (450,01 Euro bis 850 Euro)

Übersteigt das Einkommen regelmäßig 450€ und unterschreitet 850€, spricht man von der Gleitzone. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich (wie in normalen Jobs) die Beiträge zur Gesamtsozialversicherung, aber:

Der Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung ist anfänglich (bei Entgelt 450,001) sehr viel geringer und steigt dann linear an (bis 850 Euro). Hier gilt danns chon fast die übliche Teilung der Gesamtsozialversicherung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Zusatzbeitragssatz bleibt 2017 bei 1,1 Prozent und ist vom Arbeitnehmer zusätzlich für die Krankenkasse zu entrichten.

Für 2017 gilt:
Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz = 39,95%.
Der Faktor F (zur Berechnung) beträgt 0,7509.

Die Berechnungsformel lautet:
F * 450 + ([850/(850-450)] - [450/(850-450)] * F) * (Arbeitsentgelt - 450)

Leider ist die Berechnung in der Gleitzone (wie man sieht) etwas umständlich. Dafür gibt es aber den Rechner der Minijobzentrale.

Einfaches Fazit:
Gleitzonenjobs sind nicht so attraktiv wie Minijobs!







Zusammenfassung für Arbeitgeber

Da sich die Minijob Informationen hauptsächlich auf Arbeitnehmer beziehen, möchten wir hier noch mal eine kurze Zusammenstellung geben:

Zusammenfassung für Minijob Arbeitgber (gewerblich):
Arbeitgeber zahlen 30 Prozent Pauschalbeiträge (15%gesetzliche Rentenversicherung, 13% gesetzliche Krankenversicherung und 2% Steuern "Pauschsteuer")

Zusammenfassung für Minijob Arbeitgeber (privat):
Bei Mini-Jobs in Privathaushalten zahlen Arbeitgeber Pauschalbeiträge in Höhe von 12% =
(je 5% zur gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie 2% Steuern "Pauschsteuer") + Unfallversicherungsbeitrag

Zusammenfassung für Gleitzonen Midijobs Arbeitgeber:
Gleitzone liegt im Entgeltbereich von 450,01 und 850 Euro monatlich.
Wichtig: es besteht Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung! (Ausnahme Werkstudenten)
Arbeitgeberanteil und Steuern fallen in üblicher Höhe an.



 
 
Minijobs im gewerblichen Bereich 2017
 
 
 
Minijobs im Privathaushalt 2017
 
 



Quellen Texte & PDF-Dokumente: minijob-zentrale, Knappschaft Bahn See, finanz tip, Deutsche Wirtschaft AG - Januar 2017

Quelle Minijob- & Gleitzonen-Rechner: Zusammenarbeit mit Smart-Rechner.de



Wo werden Minijobs angeboten?

Minijobs werden angeboten in sämtlichen deutschen Städten, wie z.B. Erfurt, Koblenz, Halle, Dresden, Ingolstadt, Saarbrücken, Garmisch-Patenkirchen, Frankfurt an der Oder, Lübeck, Potsdam, München, Kassel, Rosenheim, Hannover, Frankfurt am Main, Neubrandenburg, Magdeburg, Hof, Osnabrück, Passau, Kiel, Hamburg, Köln, Regensburg, Würzburg, Oranienburg, Chemnitz, Ruhrgebiet, Stuttgart, Aachen, Bonn, Braunschweig, Flensburg, Rostock, Gießen, Leipzig, Göttingen, Karlsruhe, Kempten, Kaiserslautern, Cottbus, Augsburg, Mainz, Berlin, Münster, Fulda und Freiburg.

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24.03.2017 - Minijob-Studie des Leibniz-Instituts

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Millionen Minijobber in Deutschland trotz klaren Rechtsanspruchs auf gesetzliche Leistungen verzichten müssen. Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder Lohn an Feiertagen - viele Minijobber wissen davon nichts.
Nur 29 Prozent der geringfügig Beschäftigten erhalten Lohn bei Krankheit. Auch der Urlaub ist oft nicht vergütet. Dabei ist der Minijob für viele die einzige Erwerbsquelle. Das geht aus einer Minijob-Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen hervor.

7 Millionen Minijobber haben das Recht auf bezahlten Urlaub. 2016 bekamen das nur rund 44 Prozent. 40 Prozent bekommen kein Entgelt an Feiertagen.
Aber es ist besser geworden: 2012 bekamen nur zehn Prozent Lohn im Krankheitsfall und nur 19 Prozent erhielten ihren Urlaub vergütet.
"Es zeigt sich, dass vieles besser geworden ist", so Vennebusch von der Knappschaft Bahn See (Minijobzentrale), "in jedem Arbeitsverhältnis muss das Arbeitsrecht eingehalten werden, Minijobs sind hier keine Besonderheit." Dass viele Untersuchungen auch ein Mittel sind, um in den Medien Stimmung zu machen, zeigt sich an der Studie der Hans-Böckler-Stiftung, auf die sich der DGB gerne bezieht:
Vor zwei Monaten hat die Studie des WSI der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung noch behauptet, dass beinahe jeder zweite Minijobber (also fast 50%!) weniger als 8,50 Euro brutto pro Stunde verdient. Die aktuelle Studie des Leibnitz Instituts gibt an, dass nur 14,5 Prozent den Mindestlohn unterschreiten.
Laut der Böckler Stiftung erhielten demnach nicht einmal 20% der Arbeitnehmer 5,50 Euro.

Politische Motive und Wahlkampf 2017

Es verwehrt sich nicht der Eindruck, dass der mediale Zündstoff eher politischen Interessen geschuldet ist. Schulz und Merkel bewegen sich zwar noch nicht gänzlich im Wahlkampfmodus, aber die Vorbereitungen laufen. Die Agenda 2010 von Schröder (Altkanzler SPD) soll nach aktuellem Stand der neuen SPD Ordnung abgeschafft werden.
Sozial- und Arbeitsthemen sind natürlich ideal, um Stimmung zu machen. Während der Arbeitsminister Nordrhein-Westfalens von Minijobbern als Arbeitnehmer zweiter Klasse spricht, der DGB den Minijob abschaffen will und gerne die Arbeitnehmer schon ab dem ersten Euro zur Kasse bitten würde, bleibt für viele Minijobber am Ende nicht mehr als heiße Luft übrig:
"Mein Ziel ist nicht, Minijobs abzuschaffen", so der Arbeitsminister. Für viele seien sie auch "eine gewünschte kleine Beschäftigungsform". Immerhin 65 Prozent schätzten den Minijob als Möglichkeit zum Hinzuverdienst.
Also: Minijobs abschaffen "nein", aber einen Reformvorschlag hört man auch nicht - jedenfalls keinen, der für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen sinnvoll wäre. Es bleibt also Wahlkampfthema.

Anmerkung der Redaktion:
Die Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung beruht auf Daten aus Nordrhein-Westfalen, ist aber nach Angaben der Studienautoren repräsentativ für ganz Deutschland.

Quelle: Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung e.V. - Nachfolgestudie zur Analyse der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse (Minijobs) sowie den Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns, Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; ZEIT Verlagsgruppe;



23.03.2017 - Muss der Verdienst aus dem 450-Euro-Minijob bei der Einkommensteuer angegeben werden?

Wenn die Lohnsteuer eines Minijobs vom Arbeitgeber direkt an die Minijobzentrale abgeführt wird, muss dieser nicht bei der Einkommenssteuer angegeben werden (wenn das Arbeitsentgelt aller Minjobs zusammengerechnet 450€ nicht überschreitet)


(Quelle:Minijobzentrale)



04.03.2017 - Sind mehrere 450-Euro Minijobs möglich?

Ja, wenn keine sozialversicherungspflichtige Haupt-Beschäftigung vorliegt, kann der Minijobber bei verschiedenen Arbeitgebern parallel mehrere Minijobs ausüben. Hierbei ist zu beachten, dass die Entgeltgrenze aller Minijobs zusammengerechnet 450€ pro Monat nicht überschritten werden darf.
Wichtig: Kurzfristige Minijobs (kurzfristige Beschäftigungen) werden in dieser Zusammenrechnung jedoch NICHT einbezogen und spielen keine Rolle!


(Quelle:Minijobzentrale)



03.03.2017 - Hauptbeschäftigung und mehrere 450-Euro Minijobs?

Nein, es ist nicht möglich neben einer sozialversicherungspflichtigen Haupt-Beschäftigung mehr als einen Minijob auszuüben. Der zweite und jeder weitere Minijob würde automatisch mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und auch an die zuständige Krankenkasse des Arbeitnehmers gemeldet werden.


(Quelle:Minijobzentrale)



27.02.2017 - Arbeitslose bzw. Arbeitssuchende und der Minijob

Arbeitssuchende mit Leistungen aus ALG1 oder ALG2 sind gesondert zu betrachten. Ein kurzfristiger Minijob ist nur dann möglich wenn keine "Berufsmäßigkeit" vorliegt. Diese liegt nicht vor, wenn <450 Euro nicht überschritten werden. Allerdings müssen Teile des Lohns an die Arbeitsagentur abgeführt werden, wenn eine gewisse Verdienstgrenze zusammen mit den Leistungsbezügen erreicht wird. Da dies individuell ist, raten wir unbedingt zur Absprache und Beratung mit Ihrem Betreuer der Arbeitsagentur. Hält man sich nicht an die Grenzen, wird in jedem Fall die Rückzahlung fällig, zusätzlich können Strafen verhängt werden und die Leistung aus ALG1 oder ALG2 sogar komplett wegfallen!


(Quelle:Minijobzentrale)



24.02.2017 - Wie ist das Arbeitsentgelt eines kurzfristigen Minijobs zu versteuern?

Das Arbeitsentgelt aus einer kurzfristigen Beschäftigung ist immer voll steuerpflichtig. Hierbei gibt es aber zwei Alternativen der Besteuerung:
1. 25% Besteuerung des Lohns pauschal
2. alternativ anhand der individuellen Lohnsteuerklasse des Arbeitnehmers
In beiden Fällen wird die Lohnsteuer an das Betriebsstellenfinanzamt abgeführt.


(Quelle:Minijobzentrale)



22.02.2017 - Minijobs müssen abgeschafft werden

Der DGB hat vor einiger Zeit eine Kampagne gegen das kleinste Anstellungsverhältnis "Minijob" geführt und befreundete Institute mit Marktforschung beauftragt. Das Presse Echo war entsprechend groß. Einige Medien sind dem Pressetext des DGB gefolgt, andere haben die Zahlen und Fakten nachrecherchiert. Mittlerweile haben sich erfahrene Ökonomen und investigative Journalisten den vermeintlich skandalösen Ergebnissen der Untersuchung gewidmet und stellen fest, dass diese Studien mit einiger Vorsicht interpretiert werden müssen.

Auch wenn die Argumente gegen das Minijob Beschäftigungsverhältnis nicht stichhaltig genug sind, stellen sich auch Ökonomen die Frage, ob das Minijob Modell nicht überholt ist. Man hört ja auch immer wieder einige Beschwerden von Arbeitgebern, was die umständliche Anmeldephase von Minijobbern betrifft. Aber auch bei den geringfügig Beschäftigten selbst herrscht Unmut über die Tatsache, dass einige Arbeitgeber die gesetzlich verankerte Lohnfortzahlung im Urlaub und bei Krankheit nicht klar genug kommunizieren.

Der DGB argumentiert jedoch zurecht, dass es in einigen Fällen keiner Minijob Regelung bedarf, so sind ehrenamtliche und karitative Tätigkeiten mit Beitrags- und Steuerfreibeträgen versehen und es gibt einige Sonderregelungen beim Zuverdienst zum Studium, zur Rente oder zur Arbeitslosenmeldung.

Aber:
Wir vermissen den Bereich der Privathaushalte, also diejenigen, die eine Pflegekraft, eine Reinigungskraft oder andere Dienstleister privat anstellen möchten. Privater Arbeitgeber profitieren derzeit von der einfachen Anmeldung und den niedrigen Lohnnebenkosten, der Minijobber im Privathaushalt von einem lukrativen Verdienst ohne Sozialabgaben.

Trotzdem bleibt das Fazit bei vielen Ökonomen gleich:
Der Minijob ist ein umständliches Beschäftigungsformat, dass in den letzten Jahren viel negativen Kritik erfahren hat und eigentlich durch ein zielgerichteteres Modell ersetzt werden sollte. Leider gibt es derzeit kein vernünftiges Gegenkonzept (auch nicht vom DGB), dass die aktuelle Minijob-Regelung ersetzen kann.
(Quelle: makronom/warum-die-minijobs-abgeschafft-werden-sollten-19173)



09.02.2017 - Minijobber in Privathaushalten

Etwa 5% der Minijobber arbeiten in private Haushalten - knapp 300.000. Privathaushalt und Minijobber: beide haben Vorteile von dieser Regelung.
So ist die Anstellung für den Haushalt wirklich günstig (er führt nur knapp 15% des Nettolohns des Arbeitnehmers ab und kann das auch noch von der Steuer absetzen) und der Arbeitnehmer muss gar nichts abführen.
Gleichzeitig hat der Minijobber volle Rechte - wie Urlaubsgeld oder Entgeltzahlung auch im Krankheitsfall und natürlich den Mindestlohn.

Fazit: gerade für private Haushalte ist diese Minijob Regelung erschwinglich und beugt massiv der Schwarzarbeit vor, die Minijobber sind voll versichert und haben keine Kosten bei Sozialversicherungen oder Steuern . "win win" sagt man da heute dazu. Aber es gibt auch andere Stimmen...

In den letzten Wochen hat der DGB sehr viel Energie in Pressearbeit gesteckt und massiv gegen die Regelung bei Minijobs Stimmung gemacht. Man hat ja soeben ein eigenes "Reformkonzept" geschrieben und möchte das so populär wie möglich vermarkten - das Konzept ohne analytische Konzeption.

Die vielen Pressemitteilungen des DGB haben aber auch den Menschen nicht geholfen. Statt objektiver Aufklärung werden nur subjektive Meinungen von DGB Mitgliedern vorgestellt (die eine Seite der Medaille). Sogar die Studie eines befreundeten Instituts wird (objektiv in der Presse betrachtet) sehr kontrovers gesehen - ist doch die Stiftung durch die freundschaftliche Beziehung vielleicht sogar subjektiv befangen?

Hätte der DGB seine Energie in die Aufklärung der Rechte von Arbeitnehmer gesteckt (das ist ja die eigentliche Existenzberechtigung einer Gewerkschaft), wüssten die Minijobber schon heute ein bisschen mehr über Ihren Status, Ihre Rechte und Ihre Möglichkeiten in einer geringfügigen Beschäftigung.
Leider kennen sich aber zu wenige mit der tatsächlichen Gesetzgebung aus, die Rechte eines Arbeitnehmers bei Krankheit oder im Urlaub. Zu wenige kennen die feinen Unterschiede bei Steuerklassen und Sozialkassen, die einen Minijob erst interessant machen.
Das Stimmungsmache aber ohne fachliche Expertise funktioniert ist ein Phänomen, dass nach dem US Wahlkampf, einer AFD in Deutschland und einem Front National im Frankreich wohl keinen mehr wundert. Leider ist das jedoch kein Nullsummenspiel.



06.02.2017 - Die Lohnsteuer 2017 bei kurzfristiger Beschäftigung

Nach allgemeinen Vorschriften ist der Lohn an kurzfristig beschäftigte Arbeitnehmer (sogenannte Aushilfskräfte und Gelegenheitsarbeiter) Lohnsteuer pflichtig!
Zwar wird auch bei einem Minijob "pauschal" versteuert, bei einer kurzfristigen Beschäftigung richtet sich die Lohnsteuer jedoch nach der Lohnsteuerklasse.

Lohnsteuerklasse oder Pauschalbesteuerung mit 25 %
Die kurzfristige Beschäftigung kann pauschal mit 25 % besteuert werden + Solidaritätszuschlag (5,5 %) und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Voraussetzung: die Dauer der Beschäftigung darf 18 zusammenhängende Arbeitstage nicht überschreiten!
Das Entgelt darf durchschnittlich je Arbeitstag 72 Euro (2017) nicht übersteigen und nicht mehr als durchschnittlich 12 Euro pro Stunde sein.
Eine pauschaler Lohnsteuerabzug ist außerdem nur möglich, wenn von Anfang an kein wiederholter Einsatz geplant ist.



03.02.2017 - Immer mehr Zweitjobs

Wie das Hamburger Abendblatt auf Berufung einer DGB Auswertung mitteilt, ist jeder siebte in Hamburg Beschäftigte ein Minijobber. In der Hamburger Gastronomie ist angeblich sogar jeder zweite Job ein Minijob. Die DGB Vorsitzende Katja Karger ist das Minijob-Modell ein Dorn im Auge. Es würden wichtige Arbeitnehmerrechte vorenthalten werden, so die Gewerkschaftschefin, und der Minijob führe in eine Sackgasse.
So ganz stimmt das jedoch aus objektiver Sicht nicht.
DER DGB unterschiedet nämlich nicht zwischen Studenten und Zweitjobber, die nicht mehr als 450€ nebenbei verdienen möchten und denjenigen, die wegen Ihres Minijobs nicht mehr verdienen können (aber angeblich wollen).

Nun, die Gleitzonenregelung entspricht aber genau dem, was der DGB angeblich vermisst. Der Minijobber, der mehr als 450€ verdienen will, kann in der Gleitzone (Midijob) mehr arbeiten. Natürlich verdient er netto weniger pro Arbeitsstunde, da die Sozialabgaben anfallen. Gleichzeitig wird auch der Arbeitgeber stärker entlastet, da ja der Arbeitnehmer mitzahlt. Der DGB wünscht sich laut deren Konzept Arbeitnehmerabgaben vom ersten Euro an...

Für Studenten und Nebenjobber ist ein Minijob aber gerade darum so interessant - und nebenbei bemerkt: diese Zielgruppe will nicht und kann nicht länger arbeiten, da ja ein Studium oder ein Hauptjob existiert - weil gerade keine Sozialabgaben pro Stunde Arbeitszeit anfallen.

Die etwas sehr pauschale Aufrechnung des DGB ist also im derzeitigen Wortlaut viel zu allgemein (und auch nicht richtig) und das vorgeschlagene "Reformkonzept" verringert für Arbeitnehmer sogar die Attraktivität dieser kleinen Beschäftigungsverhältnisse.
In einem hat der DGB jedoch Recht - es muss besser aufgeklärt werden, was die Arbeitnehmerrechte von Minijobbern betrifft (z.B. Entgeltfortzahlung im Urlaub oder bei Krankheit). Aber der DGB sollte dann auch so fair aufklären, dass Ihre aktuellen Presseberichte keinen objektiver Blick auf die Zielgruppe der Minijobber darstellt, sondern sich mehrheitlich nur auf diejenigen bezieht, die bis auf den Minijob und die Stütze durch Harz4 kein Einkommen haben.



01.02.2017 - Minijob und FSJ - geht das?

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) gibt es schon seit 1954, den Minijob (in früherer Form) seit 1.06.1977 und die heutige geringfügige Beschäftigung auf 450 EUR Basis seit 01.01.2013.

Kann neben einer "Hauptbeschäftigung" im FSJ einen Minijob ausgeübt werden?
Ja! Ein Minijob kann ohne Abzüge bis zu einem zusätzlichen Verdienst von 450,00 Euro ausgeübt werden. Der Minijob muss jedoch vom Einsatzstelle des FSJ genehmigt werden! Gearbeitet werden darf nur außerhalb der Arbeitszeiten des FSJ - denn die Tätigkeit darf das FSJ nicht beeinträchtigen. Wichtig ist auch, dass der Arbeitgeber des Minijobs nicht die Einsatzstelle des freiwilligen sozialen Jahr ist - das wäre sonst der gleiche Arbeitgeber und das wäre unzulässig!

Eine Besonderheit gibt es zusätzlich:
Die wöchentliche Arbeitszeit darf insgesamt nicht mehr als 48 Stunden betragen - das bedeutet, dass der Minijobber in der Regel nur 8 Stunden pro Woche arbeiten darf. Unter 18 Jahren gilt das Jugendarbeitsschutzgesetz!


31.01.2017 - Minijobs: Schulz hat sich vorgenommen, „Gerechtigkeitslücken“ im Land zu schließen

Noch acht Monate bis zur Bundestagswahl: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz stimmt sich schon mal mit dem Thema Arbeit auf den Kampf ein. So sei es ein „Skandal“, dass viele Menschen im Minijob-Sektor „hemmungslos ausgebeutet“ würden.
Details hierzu gab es aber nicht. Vielleicht ist es einfach nur so, dass die „Kampfbegriffe“ wie die Erbschafts- oder die Vermögensteuer nicht ausreichen, um richtig kämpfen zu können.
Was dazu die 7,5 Millionen Minijobber sagen würden, wenn Schulz die Einkommensbesteuerung (derzeit nur bei 2%) auf Lohnsteuerklassen-Niveau erhöhen würde und die Versicherungsbeiträge ab dem ersten verdienten Euro von derzeit "0%" (Sozialversicherungsfrei) auf ca. 20% (hälftiger Anteil Arbeitgeber + Arbeitnehmer) erhöhen würde?
Es klingt jedenfalls gut - Kampf gegen Ausbeutung! Weniger Thema sind Arbeitskämpfe die sich die Gewerkschaften mit Arbeitgebern liefern, da sich deren Arbeitnehmer in Vollzeit schlecht behandelt fühlen. Das ist natürlich heikler und nicht so beliebt bei den Arbeitgebern. Dann lieber die Minijob anprangern?
Bei der Einführung der Minijobs wurde nicht erwartet, dass damit alle Probleme des Arbeitsmarktes gelöst werden, aber der Ansatz - so beweisen 7,5 Millionen Minijobber - war schon mal nicht so schlecht. Die Gerechtigkeitslücke schließen? Gerne, aber welche? Die Minijobber sind nicht alleine, sonst gäbe es wohl keine Gewerkschaften und keine Streiks.

"Fake News":

Nicht alles was man im Internet liest ist absichtlich ein Fake. Vieles ist einfach nur falsch oder wird falsch wiedergegeben, aus Gründen der Unkenntnis oder der Gier nach Aufmerksamkeit. Sinnvoll für jedes Volk wäre es doch, wenn die Politik konstruktiv bleibt, nicht polemisiert, nicht populistisch ist, sondern echte und vor allem ehrliche Lösungen anbietet.
Wie wäre es zum Beispiel - im Hinblick auf die aktuelle Lage der Weltwirtschaft und deren Prognose - auf Marktregulierung in der freien Marktwirtschaft zu setzen? Wie wäre es, die Umsatzsteuer zu senken? Es wäre vielleicht ein wesentlich einfacheres Mittel um Effekte auf dem Arbeitsmarkt zu erzielen, als Minijobs als Skandal zu betrachten und sich in die deutsche Arbeits- und Steuerliteratur einzuarbeiten um weitere Ausnahmen zu schaffen. (Anmerkung der Redaktion: 85% der weltweiten Steuerliteratur ist deutsch)


30.01.2017 - Trumps Nebenjob - der Präsident als Produzent einer Reality-Show

Während in Deutschland noch über die Nebenjobs von Politikern diskutiert wird, macht Donald Trump seine ersten Nebenjobs klar.
Die Show heißt "The New Celebrity Apprentice" und wird von Arnold Schwarzenegger moderiert.

Deutsche Politiker haben da schon etwas konservativere Nebenjobs, im Aufsichtsrat oder im Vorstand großer Unternehmen etwa. Natürlich ist Lobbyismus weit verbreitet und wird auch kontrovers gesehen. Aber ein Nebenjob in den Medien ist schon noch mal was anderes, das kennen wir eigentlich nur aus Italien.
Da darf eine Fernsehsender schon auch mal dem Ministerpräsidenten gehören. Privat versteht sich.


29.01.2017 - Minijobber haben Anrecht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlten Urlaub

Das gewerkschaftsnahe Wirtschaftsinstituts "Hans-Böckler-Stiftung" sieht eine große Gefahr, dass Minijobber um deren Entgelt gebracht werden - und zwar bei Krankheit und im Urlaub. Dieses Problem besteht in der Tat, denn auch das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit hat ermittelt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Minijob gar nicht wirklich kennen.
Viele Politiker behaupten daher auch, dass der Bericht der "Hans-Böckler-Stiftung" ein inszenierter Minijob-Skandal der selbsternannten "Studie" ist.

Fakt ist:

Die Rechte sind gleich den Teilzeitangestellten. Auch der Minijob ist ein Angestelltenverhältnis mit Schutzrechten wie Arbeitsrecht, Kündigungsrecht und eben auch Rechte in der Lohnfortzahlung. Dass dies viele Arbeitnehmer nicht wissen, ist der mangelhaften Aufklärungsarbeit geschuldet. Natürlich muss man sich als Arbeitnehmer aber auch selbst informieren.
Einfach ist es nicht immer, denn heute informiert man sich ja im Internet - und da stehen leider auch viele Halbwahrheiten und viel Fehlinformation. Viele lesen in Foren die Meinungen anderer unwissenden - das verunsichert natürlich. Der beste Weg ist immer, sich bei Fragen an die zuständige Behörde zu wenden: Minijobzentrale Telefon 0355 2902-70799. Noch Fragen?


28.01.2017 - Schwarzarbeit und Willkür - der DGB macht Stimmung gegen Minijobs und Minijobber

Minijobber arbeiten nur 4 Stunden pro Woche, müssten aber 24/7 abrufbereit sein, haben keine Rechte, unterliegen der Willkür und würde sowieso nebenher schwarz arbeiten - so sieht der DGB mittlerweile den den kleinste Job auf dem Arbeitsmarkt.
Schon 2013 will der DGB Minijobs reformieren. Dann zurück zur Realität, denn vor genau einem Jahr (2016) hat den Minijob noch als "ganz normale Teilzeitbeschäftigung" mit allen Arbeitnehmerrechten bezeichnet und die Besonderheit der Sozialversicherungs-Befreiung der Arbeitnehmer herausgestellt.

Auch der gesetzliche Mindestlohn war im Oktober 2016 noch ein Thema, denn der DGB rechnet vor, dass höchstens (!) 50,90 Stunden pro für einen 450 Euro Minijob gearbeitet werden müsste - jeder Minijobber bekommt bei dieser Mindestlohn-Rechnung also mehr raus als einer Angestellter in Teilzeit oder Vollzeit.

Seit dem 20.01.2017 ist es aber wieder populärer, gegen den Minijob laut zu sein - irgendwie schizophren? Sehen wir uns den Pressebericht "Geringfügige Beschäftigung. Schwarzarbeit und Willkür: Wie Minijobber ausgenutzt werden. DGB stellt Reformkonzept vor." im Detail an und fragen uns:

Was ist also im letzten Jahr passiert, dass den DGB zu solchen Aussagen treibt?
Mit diesen populistischen Äußerungen läutet der Deutsche Gewerkschaftsbund sein "Reformkonzept" ein, denn man müsse "aus der Sackgasse Minijob heraus", sagt DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach.
Welche Sackgasse frag man sich, wenn man sich den Busfahrer-Streik der Gewerkschaft Verdi im Januar 2017 ansieht - Vollzeit arbeiten und volle Steuern und Sozialabgaben zahlen, da haben es die Minijobber noch gut.

Das sieht dei Gewerkschaft aber anders, denn "Ob und wie viel man arbeiten darf, hängt von Willkür der Dienstplanschreiber ab", so Funda Uygur (Gewerkschaftssekretärin der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten).
Dass jeder Minijob mit der genauen (!) Arbeitszeit (ist ja im Arbeitsvertrag geregelt) durch die Knappschaft Bahn-See (Minijobzentrale) klar registriert wird, ist bei dieser Stimmungsmache jedoch nebensache. Vielmehr fallen Firmennamen wie McDonalds, Burger King, Vapiano oder Starbucks" die "ausschließlich Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte" einstellen, "um sich (...) Flexibilität zu sichern". Wie in jeder saisonabhängigen Wirtschaftsbranche, zum Beispiel der Gastronomie und dem Tourismus?
In Südhessen beklagen sich die Vollzeitangestellten über zu wenig Lohn und ständigen Wechselschichten, früh, spät und nachts, auch samstags und sonntags (ständige Bereitschaft in Vollzeit) - ein echtes Vollzeit Problem, an dem die Gewerkschaft Verdi gerade sitzt. Planungssicherheit? Fehlanzeige.

Der DGB beschäftigt sich aber dennoch lieber mit dem Thema Minijob und was daran so böse ist.

Flexibel ist böse - haben wir abgehakt. Aber das Thema Überstunden wurde noch nicht angesprochen. Nicht bezahlte Überstunden gäbe es bei Minijobbern aber nicht nur in der Systemgastronomie, sondern auch in der Gebäudereinigung. Ein Großteil Frauen wären hier dabei, die dann sowieso "einen Teil der Stunden schwarz" arbeiten, so Frank Schmidt-Hullmann von der IG BAU. Ein Vorwurf, den man sich eigentlich nicht gerne gefallen lässt.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach ergänzt, dass grundsätzlich "die gesetzlichen Rahmenbedingungen verbessert werden" müssten, hierfür hat Sie auch ein Reformkonzept:

1) Minijobs unattraktiver machen: Arbeitnehmer sollen ab dem erste Euro Sozialabgaben zahlen (derzeit muss kein Minijobber Sozialversicherungen zahlen - ein echter Vorteil für den Arbeitnehmer)

2) Minijobs besteuern: der Arbeitnehmer soll mehr Steuern zahlen als bisher

3) Die Arbeitsrechtliche Ansprüche von Personen mit geringem Einkommen müssen tatsächlich durchgesetzt werden.

Das ist ja nicht so toll - mehr Abgaben für die Arbeitnehmer bei Versicherung und Steuer? Nach echter Reform oder Konzept klingt das nicht.
Gut finden wir leider nur den letzten Punkt, auch wenn es keine Reform sondern gesetzlich schon vorgeschrieben ist. Aber wir unterstützen die "DGB-Aufklärungskampagne", dass Minijobber die gleichen Rechte wie Teilzeitjobber haben.
Wir würden auch gerne lesen, dass der DGB bei den realen Tatsachen bleibt und auch die anderen Vorteile für Minijob-Arbeitnehmer herausstellt.
Denn für Arbeitgeber ist der Minijob gar nicht so günstig. Er ist zwar flexibel, wenn man Aushilfen braucht, aber mit 30% Belastung (Pauschalen der Arbeitgeberseite) ist eine Gleitzone bei über 450 Euro bis 850 Euro (Midijob) oder darüber interessanter.

Quellen: (FAQ Minijobs ; Mindestlohn: Arbeitszeit-Tabelle für den Minijob für 2016 und 2017; Schwarzarbeit und Willkür Minijobs reformieren; DGB verlangt Reform von Minijobs)




26.01.2017 - Arbeitgeber wissen zu wenig über Minijobs

Es gibt 7,4 Millionen Minijobber in Deutschland und trotzdem wissen viele Arbeitgeber nicht genau, was ein Minijob ist.

Wenn der Arbeitgeber eine Stellenanzeige aufgibt, muss er in den regulären Stellenbörsen die Frage beantworten "Teilzeit, Vollzeit oder Minijob?". Leider ist vielen Arbeitgeber nicht klar, dass es sich bei allen 3 Begriffen um eine Festanstellung handelt.

Manche Firmen wollen Sozialabgaben sparen und vergeben Ihre Jobs mit dem Zusatz "auf Rechnung" oder "Honorarbasis" oder geben gleich "freiberuflich" an. Dafür braucht man aber ein Gewerbe und somit liegt keine Anstellung vor. Einem freiberuflichen (z.B.) Studenten 450 Euro auf Rechnung zu bezahlen und dies als Minijob zu bezeichnen ist schlichtweg falsch. Es bleibt dabei: Minjijob muss eine Anstellung sein. Freiberufliche Tätigkeiten (Honorar, Provision - oder alles andere auf Rechnung) sind eher keine typischen Nebenjobs (Gefahr: Scheinselbständigkeit).

Die besten allgemeinen Nebenjobs sind Minijobs bis 450 Euro pro Monat (auch kurzfristige Beschäftigungen sind Minijobs!), Gleitzonenjobs bis 850 Euro oder normale Arbeitsverhältnisse in Teilzeit ab 850 Euro.




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