{"id":4609,"date":"2022-04-06T10:41:45","date_gmt":"2022-04-06T08:41:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gelegenheitsjobs.de\/jobboerse\/?p=4609"},"modified":"2025-01-07T09:53:58","modified_gmt":"2025-01-07T08:53:58","slug":"auch-minijobber-haben-anspruch-auf-mindestlohn-aenderungen-ab-oktober-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gelegenheitsjobs.de\/jobboerse\/auch-minijobber-haben-anspruch-auf-mindestlohn-aenderungen-ab-oktober-2022\/","title":{"rendered":"Auch Minijobber haben Anspruch auf Mindestlohn \u2013 \u00c4nderungen ab Oktober 2022"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.gelegenheitsjobs.de\/jobboerse\/mindestlohn-2025\/\">Zur aktuellen Version 2025<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin-top: -4px !important;\">F\u00fcr Minijobber war und ist das Jahr 2022 mit zahlreichen \u00c4nderungen verbunden. Erst im Januar sanken die Umlagen U1 und U2, auch die Insolvenzgeldumlage soll ver\u00e4ndert werden. Besonders interessant erscheint aber der Blick auf Oktober 2022, denn ab diesem Datum soll der von der Ampelkoalition neu festgelegte Mindestlohn in Deutschland gelten. Und der ist nicht nur f\u00fcr Teilzeit- und Vollzeitkr\u00e4fte geltend, sondern auch f\u00fcr Minijobber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Versprechen eingehalten \u2013 Steigerung des Mindestlohns kommt<\/h2>\n<p>Es war das vollmundige Versprechen vor der Bundestagswahl 2021, dass der Mindestlohn auf 12,00 Euro ansteigen solle. Nicht jeder glaubte Kanzler Olaf Scholz, dass er sich wirklich daf\u00fcr einsetzen w\u00fcrde, doch er hat sein Versprechen wahr gemacht. Ab dem 1. Oktober 2022 soll es so weit sein. Insbesondere f\u00fcr Minijobber lohnt es sich jetzt, <!--<a href=\"https:\/\/www.randstad.de\/karriere\/gehalt\/mindestlohnrechner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-->mit einem Mindestlohnrechner zu ermitteln<!--<\/a>-->, welche Auswirkungen das auf den k\u00fcnftigen Verdienst haben wird. Zu beachten sind dabei folgende Aspekte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Die Arbeitszeit kann sich entsprechend reduzieren.<\/li>\n<li>Die Verdienstgrenze erh\u00f6ht sich auf 520 Euro.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aktuell liegt der Mindestlohn f\u00fcr Minijobber bei 9,82 Euro pro Stunde. Das entspricht einer maximalen Arbeitszeit von 45,8 Stunden pro Monat. Wird der Mindestlohn nun auf die versprochenen 12,00 Euro pro Stunde angehoben, w\u00fcrde das eine Arbeitszeitreduktion auf 37,5 Stunden monatlich zur Folge haben. Die macht sich insbesondere bei Arbeitgebern bemerkbar, denn sind bestimmte Positionen im Betrieb fest besetzt, m\u00fcssen \u00c4nderungen erfolgen.<\/p>\n<p>Die Ampelkoalition entschied sich daher, auch die Verdienstgrenze um 70 Euro auf <!--<a href=\"https:\/\/www.finanzen.de\/news\/minijob-verdienstgrenze-steigt-zum-1-oktober-2022-auf-520-euro\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">-->insgesamt 520 Euro pro Monat anzuheben<!--<\/a>-->. Dadurch ist es Minijobbern m\u00f6glich, 43,3 Stunden pro Monat zu arbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Kritik an der \u00c4nderung der Gesetze<\/h2>\n<p>Minijobs sind bei <a href=\"https:\/\/www.gelegenheitsjobs.de\/jobboerse\/\">Jobb\u00f6rsen<\/a> sehr gefragt, denn sie kommen f\u00fcr eine breite Zielgruppe in Betracht. Dennoch kommt immer wieder Kritik auf, unter anderem wird der Politik der mangelnde Schutz von Minijobbern vorgeworfen. Tats\u00e4chlich hat der Minijob auch Nachteile f\u00fcr Angestellte, darunter die fehlende Sozialversicherung.<\/p>\n<p>Durch die Anhebung der Verdienstgrenze rutschen Menschen in die Minijobzone, die vorher \u00fcber ihren Arbeitgeber sozialversichert waren.<\/p>\n<p>Geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftige profitieren somit zwar vom Mindestlohn, haben aber dennoch verglichen mit klassischen Angestelltenverh\u00e4ltnissen einige Nachteile zu verzeichnen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Keine automatische Versicherung (Krankenkasse, Rentenversicherung)<\/li>\n<li>Kein Anspruch auf Kurzarbeitergeld<\/li>\n<li>Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge nur freiwillig zahlbar<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schon lange wird daher gefordert, dass jede Art von Job sozialversicherungspflichtig ist, auch jene, die unterhalb der ab Oktober zul\u00e4ssigen 520-Euro Verdienstgrenze liegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Achtung Arbeitgeber: Nicht nur f\u00fcr Minijobber \u00e4ndern sich die Verh\u00e4ltnisse<\/h2>\n<p>Durch die Erh\u00f6hung des Mindestlohns m\u00fcssen Arbeitgeber zun\u00e4chst einmal tiefer in die Tasche greifen, um Minijobber zu entlohnen. Alternativ k\u00f6nnen die Arbeitszeiten reduziert werden, was im Sinne der wenigsten Arbeitgeber sein d\u00fcrfte. Erste \u00c4nderungen ergeben sich schon ab dem 1. Juli 2022 durch eine Erh\u00f6hung des Mindestlohnes von 9,82 Euro auf 10,45 Euro. Erst am 1. Oktober gilt die Erh\u00f6hung auf 12,00 Euro.<\/p>\n<p>Bis September 2022 ist es weiterhin nicht erlaubt, mehr als 450 Euro pro Monat zu verdienen. Durch die bereits zuvor erfolgende Erh\u00f6hung des Mindestlohnes um 0,63 Euro kann es bereits zu personellen Ver\u00e4nderungen kommen. Erst ab dem 1. Oktober ist es dann zul\u00e4ssig, einen Gesamtverdienst von 520 Euro pro Monat zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Die maximale Einsatzzeit betr\u00e4gt ab Juli rund 43 Stunden, zuvor lag sie bei 45 Stunden. Diese Zahl \u00e4ndert sich im Oktober nicht mehr, die Anpassung auf einen Maximalverdienst von 520 Euro pro Monat sorgt f\u00fcr Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Problematisch f\u00fcr Arbeitgeber: Wenn die geringf\u00fcgig besch\u00e4ftigten Angestellten die maximal zul\u00e4ssige Zahl an Arbeitsstunden \u00fcberschreiten, k\u00f6nnen Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeitr\u00e4gen und Lohnsteuer ins Haus stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Wie k\u00f6nnen Arbeitgeber sich auf die neue Situation vorbereiten?<\/h2>\n<p>F\u00fcr Mitarbeitende auf Minijobbasis ist die Erh\u00f6hung des Mindestlohns eine deutliche Erleichterung, dennoch muss in vielen Betrieben eine Anpassung der Arbeitszeiten erfolgen.<\/p>\n<p>Wenn genug Angestellte verf\u00fcgbar sind, um den Wegfall von rund zwei Stunden Arbeitszeit abzufangen, sind keine Schwierigkeiten zu erwarten. Viele Betriebe bewegen sich aber im Nachklang auf die Corona-Pandemie und daraus resultierende wirtschaftliche Schwierigkeiten bereits personell auf einem schmalen Grat. Jetzt noch einen weiteren Mitarbeiter f\u00fcr zwei Stunden pro Monat zu verlieren, kann ein logistisches Problem werden. In Frage kommende L\u00f6sungen sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Ver\u00e4nderung der Gesch\u00e4fts\u00f6ffnungszeiten (nicht immer m\u00f6glich und rentabel)<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzliche Anstellung eines weiteren Minijobbers<\/li>\n<li>Nutzung von Zeitarbeit f\u00fcr die Deckung des offenen Bedarfs<\/li>\n<li>Umwandlung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses in die Sozialversicherungspflicht<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Theoretisch ist es in einigen Betrieben m\u00f6glich, die Arbeitszeit anzupassen, beispielsweise durch Reduktion der Tages\u00f6ffnungszeiten um 30 Minuten t\u00e4glich. Doch darunter leidet in vielen F\u00e4llen der Umsatz, sodass der Betrieb doppelt belastet ist. Nicht nur, dass die Kosten f\u00fcr die Lohnausgaben gestiegen sind, parallel dazu fallen au\u00dferdem Arbeitsleistungen weg.<\/p>\n<p>Mithilfe von Zeitarbeit und dem punktuellen Einsatz von zus\u00e4tzlichen Mitarbeitern l\u00e4sst sich die Problematik am ehesten kompensieren. Befindet sich nur ein Minijobber im Betrieb, handelt es sich um den Wegfall von rund zwei Stunden Arbeitszeit pro Monat, was kompensierbar ist. Anders sieht es jedoch aus, wenn mehrere Minijobber im Betrieb aktiv sind.<\/p>\n<p>Ganz besonders betroffen sind hier die Einzelhandelsbranche, aber auch die Reinigungsbranche. In beiden Unternehmensfeldern wird verst\u00e4rkt auf den Einsatz von Minijobbern gesetzt, um die vorhandene Arbeitszeit abzudecken. Es ist in beiden Branchen aber auch geradezu unm\u00f6glich, die zur Verf\u00fcgung stehenden Stunden zu reduzieren. Wenn bei zehn Minijobbern in einem Betrieb pro Monat nun insgesamt 20 Stunden nicht mehr besetzt sind, braucht es mindestens einen neuen Mitarbeiter, um das Problem zu unterwandern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Kostenfalle Minijobber \u2013 es wird teurer f\u00fcr Arbeitgeber<\/h2>\n<p>Minijobs haben einen zwiesp\u00e4ltigen Ruf in Deutschland. Einerseits werden sie als unkomplizierte M\u00f6glichkeit beschrieben, wie sich auch berufst\u00e4tige Personen zus\u00e4tzlich einen Nebenverdienst erm\u00f6glichen k\u00f6nnen. Andererseits wird der mangelnde Schutz der Minijobber immer wieder kritisiert.<\/p>\n<p>De facto kommt auf Arbeitgeber eine Kostenerh\u00f6hung von gesamt rund 1,63 Milliarden Euro f\u00fcr den Rest von 2022 und insgesamt eine Erh\u00f6hung der Kosten um 5,63 Milliarden in den folgenden Jahren zu. Experten gehen davon aus, dass bei gezahlten Tarifl\u00f6hnen au\u00dferdem der Druck auf eine zu billigende Erh\u00f6hung steigt, da sie h\u00e4ufig kaum die Grenze des gesetzlichen Mindestlohns \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Aufzeichnungspflicht ab Oktober 2022 noch genauer nehmen<\/h2>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Einsatz von Minijobbern ist in der Gastronomie, im Einzelhandel und in der Reinigungsbranche zu beobachten. Aber auch andere Dienstleistungs- und Logistikbetriebe besch\u00e4ftigen insbesondere saisonal viele Minijobber. Ein Paradies f\u00fcr Schwarzarbeit, weswegen die Gesetze zur Kontrolle enorm versch\u00e4rft wurden. Es gilt eine gesetzliche Aufzeichnungspflicht, um Schwarzarbeit und damit die Hintergehung des Staates zu verhindern. Erfassungen sind in folgenden Branchen unverzichtbar:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Spedition und Logistik sowie Baugewerbe<\/li>\n<li>Hotel- und Gastronomiegewerbe<\/li>\n<li>Geb\u00e4udereinigung<\/li>\n<li>Zeitungszusteller sowie Mitarbeiter von Zustelldiensten<\/li>\n<li>Messebau<\/li>\n<li>Forst- und Fleischwirtschaft<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Nachweis kann elektronisch oder handschriftlich erfolgen, die niedergeschriebenen Zeiten m\u00fcssen korrekt den Tatsachen entsprechen. F\u00fcr maximale Sicherheit sollten Stundenzettel vom Minijobber grunds\u00e4tzlich gegengezeichnet werden. Drei entscheidende Punkte m\u00fcssen zur Zeiterfassung vermerkt werden:<\/p>\n<p>1. Arbeitszeitbeginn an jedem einzelnen Arbeitstag<br \/>\n2. Arbeitszeitende an jedem einzelnen Arbeitstag<br \/>\n3. T\u00e4gliche Arbeitszeitdauer ohne gemachte Pausen<\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Aufzeichnungen m\u00fcssen mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden. Experten sch\u00e4tzen, dass nach der Steigung des Mindestlohns und der damit verbundenen Senkung der Arbeitszeiten sch\u00e4rfere Kontrollen zu erwarten sind.<\/p>\n<p>Denn schon die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Zeiterfassung im Minijob nicht immer genau genommen wird, was einerseits von gro\u00dfen Nachteilen f\u00fcr Minijobber ist, aber auch den Arbeitgeber in erhebliche Bedr\u00e4ngnis bringen kann.<\/p>\n<p>Dank der fortschreitenden Digitalisierung ist es mittlerweile allerdings via elektronischer Zeiterfassung leichter geworden, die Einsatzzeiten transparent nachzuweisen. Ehrliche Arbeitgeber haben dadurch nichts zu bef\u00fcrchten, lediglich die Kostensteigerung in den kommenden Jahren betrifft alle Branchen gleicherma\u00dfen. In einzelnen F\u00e4llen kann es fast rentabler sein, auf ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverh\u00e4ltnis aufzustocken.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10px;\">Pixabay Lizenz f\u00fcr das Beitragsbild 2799470 unter https:\/\/www.pixabay.com<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zur aktuellen Version 2025 &nbsp; F\u00fcr Minijobber war und ist das Jahr 2022 mit zahlreichen \u00c4nderungen verbunden. Erst im Januar sanken die Umlagen U1 und U2, auch die Insolvenzgeldumlage soll ver\u00e4ndert werden. 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