{"id":1250,"date":"2018-10-23T12:24:19","date_gmt":"2018-10-23T10:24:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gelegenheitsjobs.de\/jobboerse\/?p=1250"},"modified":"2018-10-24T11:38:12","modified_gmt":"2018-10-24T09:38:12","slug":"minijobber-zum-multijobber-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gelegenheitsjobs.de\/jobboerse\/minijobber-zum-multijobber-2018\/","title":{"rendered":"Vom Minijobber zum Multijobber: Anzahl verdoppelt sich 2018"},"content":{"rendered":"<p>Seit 2003 hat sich die Zahl der Multijobber verdoppelt. Waren 2003 1,5 Millionen Menschen in einer &#8220;Doppelbesch\u00e4ftigung&#8221; besch\u00e4ftigt, so hat sich die Zahl bis 2018 verdoppelt. In ganz Deutschland sind 2018 bereits 3 Millionen Menschen in einen <a href=\"\/nebenjobs.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nebenjob<\/a> zus\u00e4tzlich zu ihrem Hauptberuf besch\u00e4ftigt. Das gilt vor allem f\u00fcr Ballungsr\u00e4ume und st\u00e4dtische Bereiche &#8211; die Landesregierungen und Gewerkschaften sind alarmiert und warnen vor dem Trend zum &#8220;Multijobbing&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Trend zum Multijobber?<\/strong><br \/>\nOb es ein &#8220;Trend&#8221; ist oder eine logische Schlussfolgerung der urbanen Entwicklung bleibt nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Frage. W\u00e4hrend Gewerkschaften und Politik die Arbeitsmodelle und den Arbeitsmarkt allgemein als Problem ausgemacht haben, kritisieren andere Wissenschaftler den verschlafene Entwicklung der Politik und Gewerkschaften selbst.<br \/>\nNicht der <a href=\"\/minijob\/stellenmarkt.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Minijob<\/a> ist das Problem, sondern die Problematik, dass Menschen in zukunftstr\u00e4chtigen Ballungsr\u00e4umen mit hohen Wohnkosten konfrontiert werden, die nicht im Einklang mit der Ausbildung, der Familie oder dem Studium stehen.<br \/>\nAuch muss man unterscheiden, ob es sich um einen &#8220;nicht sozialversicherungspflichtigen&#8221; Minijob neben einem Hautberuf handelt, oder um Arbeitnehmer in mehreren Minijobs.<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Studenten, die in einer WG wohnen oder in einem 15qm Apartment, zahlen z.B. in M\u00fcnchen schon 20-30\u20ac pro qm &#8211; und Universit\u00e4ts-St\u00e4dte ziehen nach.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Viele Experten des Institutes f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) erkl\u00e4ren, dass die Nebenjobber in ihrer Hauptbesch\u00e4ftigung im Schnitt 570 Euro weniger im Monat verdienen als Personen mit nur einem Job &#8211; das sich das gegenseitig bedingt, d\u00fcrfte klar sein. Warum also ist das Einkommen des Hauptberufs so niedrig?<\/p>\n<p><strong>Weniger verdienen, bei gleicher Arbeit?<\/strong><br \/>\nJa, es gibt einen Trend. Ob das Beispiel von Media Broadcast (Pro7, Sat1, etc.) Schule macht? K\u00fcrzlich k\u00fcndigte der Sendenetzbetreiber an, dass er eine Leerlaufzeit im Unternehmen von 20% ausgemacht hat und darum die Wochenarbeitszeit dauerhaft entsprechend um 20% k\u00fcrzen m\u00f6chte. Alternativ dazu k\u00f6nnte man sich auch vorstellen einfach 20% der Arbeitnehmer zu k\u00fcndigen. Hei\u00dft also: gleiches Arbeitsvolumen, 20% weniger Arbeitszeit &#8211; das rentiert sich doch f\u00fcr den Arbeitgeber.<\/p>\n<p><strong>Problem Minijob?<\/strong><br \/>\nDa erscheinen Diskussionen \u00fcber die Sinnhaftigkeit eines Minijobs schon fast skurril. Nat\u00fcrlich ist ein Arbeitsmodell wie die &#8220;kurzfristige&#8221; oder &#8220;geringf\u00fcgige&#8221; Besch\u00e4ftigung keine L\u00f6sung f\u00fcr den Arbeitsmarkt. Daf\u00fcr war sie aber auch nie gedacht. Dass eine Minijobanstellung viele in Betracht ziehen, ist anderen Umst\u00e4nden geschuldet.<\/p>\n<p>1.) Minijob, Teilzeit oder Rechnung. Ein Nebenverdienst ist nur in einem Minijob sinnvoll (f\u00fcr alle anderen dauerhaften Nebent\u00e4tigkeiten braucht man sonst ja einen Gewerbeschein). Ein Teilzeitjob geht bereits zeitlich \u00fcber einen &#8220;Nebenjob&#8221; hinaus. Es gibt also faktisch keine andere M\u00f6glichkeit als einen Minijob.<\/p>\n<p>2.) Der Minijob ist f\u00fcr Studenten, Saisongesch\u00e4fte und zur \u00dcberbr\u00fcckung anderer Arbeitsmarktma\u00dfnahmen gedacht, nicht um einen Hauptberuf finanziell zu unterf\u00fcttern.<\/p>\n<p>Der Minijob war nie daf\u00fcr gedacht, neben einem Hauptjob ausge\u00fcbt zu werden. Das geht zwar, ist aber neben einer 40 Stunden Vollzeit Woche problematisch. Ein Minijob neben einem Teilzeitjob ist eher \u00fcblich. Am h\u00e4ufigsten aber sind es die Studenten und \u00e4ltere (50+) Menschen, die in einem Minijob arbeiten.<\/p>\n<p>Warum gibt es mehr Multijobber als fr\u00fcher?<br \/>\nNebenjobs, die nur aus Interesse an der Aufgabe ausge\u00fcbt werden oder um Geld f\u00fcr besondere Ausgaben zu haben, sind nicht Teil des Problems. Wenn aber wie bei Media Broadcast 20% des Vollzeitlohns im Hauptberuf gek\u00fcrzt wird, dann reicht es manchen Arbeitnehmern nicht mehr zum Leben. Tarifvertr\u00e4ge garantierten faire Bezahlung, aber es gibt Schlupfl\u00f6cher \u00fcberall dort, wo die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gef\u00e4hrdet sein k\u00f6nnte.<br \/>\nDie Zunahme von 20% an mehrfach Besch\u00e4ftigten kann aber alleine daher nicht kommen. Eher ist das Modell des Minijobs beliebter &#8211; oder besser gesagt &#8211; bekannter geworden. Daher arbeiten auch immer mehr Menschen im Minijob und Gleitzonenbereich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2003 hat sich die Zahl der Multijobber verdoppelt. Waren 2003 1,5 Millionen Menschen in einer &#8220;Doppelbesch\u00e4ftigung&#8221; besch\u00e4ftigt, so hat sich die Zahl bis 2018 verdoppelt. In ganz Deutschland sind 2018 bereits 3 Millionen Menschen in einen Nebenjob zus\u00e4tzlich zu ihrem Hauptberuf besch\u00e4ftigt. 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