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Brentry – British Entry in die EU

Kommt der Brentry?
Der British Exit (=Brexit) ist mittlerweile ein Begriff, der jedem geläufig ist. Wie würde man den Wiedereintritt der Briten in die EU nennen? Vielleicht Brentry (= British Entry)?

Das britische Parlament hat sich gestern wie vorhergesagt gegen den “Deal” mit der EU entschieden. Jetzt kommt es zum Misstrauensvotum, dass May aber allen Experten zufolge nicht verlieren wird. Dennoch wird es spannend, denn die Alternativen zum Deal sind überschaubar:
1. Harter Brexit (mit oder ohne Neuwahlen)
2. Neues Referendum (mit oder ohne Neuwahlen)

Ein Aufschub des Austritts wird nur möglich sein, wenn der EU eine “konkrete Alternative” oder besser gesagt ein “konkretes Vorhaben” vorliegt. Einen Aufschub “einfach so” wird es nicht geben und eine Neuverhandlungen des Deals – und da sind sich fast alle EU Staaten einig – ist ausgeschlossen.
Oder werden die roten Linien doch rosa?

Fakt ist:
– dem EU-Deal (der 2 Jahre verhandelt wurde) wollen die Parlamentarier nicht zustimmen.
– einen harten Brexit will Großbritannien (und auch die EU) vermeiden

Ich hab nichts falsch gemacht, die EU ist schuld!

Die alten Mechanismen greifen noch im Unterhaus. Seit den achtziger Jahren gibt die englische Boulevardpresse der EU die Schuld, und zwar für alles, was in Großbritannien schief läuft. Das haben alle Jahre lang gelernt und  verinnerlicht. Dadurch konnten sich populistischen EgoPolitiker und AntiEU-Hetzer profilieren, ins Parlament einziehen und sogar das eigene Volk zu einem “No” zur EU bewegen. Einen Plan hatte jedoch keiner, alle wussten eigentlich, dass es dem gesunden Menschenverstand widerspricht. Und Warnungen gab es ja genügend.

Unterirdisch: wir sind nicht verantwortlich, May ist schuld!

Neuerdings ist aber May Schuld, so das britische Unterhaus. Sie hätte nicht richtig verhandelt, da hätte mehr drin sein müssen, und überhaupt: England wäre bei einem EU Austritt schlechter gestellt als vorher. Ach echt? So eine Überraschung. Was haben eigentlich die hunderte Regierungsverantwortliche in den letzten 2 Jahren gemacht? Scheinbar hat den Brexit Befürwortern niemand gesagt, dass man beim Verlassen einer Zollunion plötzlich Zölle an die Union zahlen muss, der man nicht mehr angehören will.
Während Boris Johnson, Nigel Farage auf bereits verbrannter Erde darauf warten, wann endlich Ihre Stunde der Regierungszeit kommen wird, fragen sich andere, wann deren (politisch und populistisch) letztes Stündlein endlich schlagen wird. Wieso werden die nicht zur Verantwortung gezogen, die mit Streichholz und Benzinkanister den Schaden angerichtet haben? Ach ja: die haben sich nach der Explosion verdrückt und kamen erst wieder aus ihrem Loch, als sich der Rauch verzogen hat. Nun wittern Sie Ihre Chance die Macht zu ergreifen – um jeden Preis! (Vgl. Die Macht der Lügen, Zeit Online).

Will England in der EU bleiben oder austreten?

Eigentlich wissen die schlauen Köpfe, dass es nur eine Antwort gibt, wenn man für die Menschen und nicht gegen sie regiert. Wenn man aber einen Aushilfsjob als Premierminister (m/w/d) haben will, auf den man sonst keine Chance hätte, dann muss man schon in die Trickkiste greifen und “Angst”, “Lügen” und “Ignoranz/Arroganz” herausholen, damit das klappt.

Plan B: Demokratie ist auch, noch einmal zu entscheiden zu können?

Da die Briten nach 2 Jahren Desaster nun ein bisschen mehr Information über die Tragweite der Entscheidung haben, wäre ein zweites Referendum eigentlich das, was sinnvoll wäre. Wer nur Lügen und falsche Tatsachen geliefert bekam, der die Wahrheit nicht kannte – ja, dem sollte eine zweite Chance gegeben werden. Wieso sollte man also seine Meinung nicht ändern dürfen – vor allem dann, wenn es die richtige Entscheidung für die Menschen ist, die in Großbritannien und der EU wohnen, leben und arbeiten?

Wie auch immer, es ist ein Desaster, dass sich nicht vor dem 29.03.2019 in Wohlgefallen auflösen wird. Ein geregelter Austritt wurde vom britischen Parlament schließlich abgelehnt.

Brentry: So könnte alles noch demokratisch gerettet werden:

Montag, 21.01.2019 – May verkündet, dass die Regierung die Austrittsabsicht widerruft (Art. 50). Damit gewinnt sie Zeit und verliert nicht ihr Gesicht. Der Austrittsprozess kann dann immer wieder gestartet werden und es bliebe noch genügen Zeit, den Austritt zu regeln.

Oder

Es gibt keine Verlängerung, die Briten verlassen die EU ungeregelt, es wird politisch und wirtschaftlich hässlich und kurz nach dem Brexit wird von der (neuen?) Regierung ein zweites Referendum anberaumt. Die Briten entscheiden, ob sie wirklich draußen bleiben wollen oder einen British Entry (Brentry) in die EU doch eher bevorzugen, gleich nach dem Brexit.

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